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Pflege 12. Juli 2005

Betreuung auch für Angehörige

San Francisco. Neue Daten zur Heim-Einweisung von Demenz-Patienten führen wieder deutlich vor Augen: Wer bei einer Demenz-Therapie erfolgreich sein will, muss zweigleisig arbeiten. Eine intensive Betreuung brauchen die Kranken, aber auch die pflegenden Angehörigen. In einer prospektiven Studie mit fast 6.000 Demenz-Patienten haben die US-Forscher um Dr. Kristine Yaffe von der Universität in San Francisco festgestellt: Sowohl bei den Demenz-Kranken als auch bei den pflegenden Angehörigen können Kriterien erfüllt sein, die für sich allein das Risiko für eine Heim-Einweisung innerhalb von drei Jahren deutlich erhöhen.

Die Einschätzung dieses Risikos ist aber dann am zuverlässigsten, wenn Patienten und Angehörige "als eine Einheit" gesehen werden. Veröffentlicht wurde die Studie unlängst im JAMA. (287, 2002, 2090). Ein besonders hohes Risiko für eine Heim-Einweisung haben Demenz-Kranke etwa dann, wenn sie als Single leben, im Alltag nicht allein zurechtkommen und Verhaltensauffälligkeiten wie Wahnideen haben, und wenn eben gleichzeitig die pflegenden Angehörigen selbst schon recht alt und durch die Pflege stark belastet sind.Gezielte Interventionen bei Patienten und Angehörigen besserten nicht nur deren Lebensqualität, so die US-Forscher. Sondern zumindest für Alzheimer-Mittel sei bekannt, dass sich damit Heim-Einweisungen verzögern oder verhindern ließen. Bei den pflegenden Angehörigen raten die US-Forscher, auf Zeichen von Depressionen zu achten. Die Angehörigen bräuchten aber auch Tipps, etwa dazu, wie sie sich bei aggressiven Kranken am besten verhalten.

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