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Pflege 8. Juli 2005

Demenzprogression verzögern

Der N-Methyl-D-Aspartat Rezeptor-Antagonist Memantin kann auch bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimersymptomatik die Progression der Erkrankung verzögern. Zusätzlich werden Memantin neuroprotektive Eigenschaften zugeschrieben.

Eine im Rahmen des 6. Internationalen Kongresses für Morbus Alzheimer und Parkinson in Sevilla präsentierte Studie von Reisberg et al. zeigte, dass der N-Methyl-D-Aspartat Rezeptor-Antagonist (NMDA) Memantin signifikant überzeugte in allen drei Beurteilungskriterien: Gesamteindruck, kognitive Beurteilung und Aktivitäten des täglichen Lebens. Memantin (Handelsname Axura®) kann auch als eine mögliche neuroprotektive Therapie angesehen werden.

Neuroprotektion

"Memantin wirkt der Neurodegeneration entgegen und kann möglicherweise die Krankheitsprogression verzögern", so Dr. Chris Parsons. Der spannungsabhängige, nicht-kompetitive NMDA-Rezeptorantagonist mittlerer Affinität verhindert die Auswirkungen des pathologisch erhöhten Glutamatspiegels, erlaubt aber eine physiologische Aktivierung des Glutamatrezeptors.
Ebenso wurde in Tiermodellen, die eine der Neurodegeneration bei Alzheimer entsprechende Relevanz haben (Neurotoxizität durch Injektion von ß-Amyloid in den Hippocampus), die Neuroprotektion beobachtet.

Wirksamkeit in Studien bewiesen

Die klinische Wirksamkeit von Memantin wurde in mehreren großen Multizenterstudien bewiesen. Eine randomisierte doppelblinde Studie, die in Sevilla präsentiert wurde, schloss 252 Alzheimerpatienten mit mittelschweren bis schweren Symptomen aus 32 Zentren in den USA ein.
Am Ende der Beobachtungszeit von 28 Wochen wurden die Daten von 181 Patienten analysiert. In der Memantin-Gruppe waren sowohl die Kognition (Beurteilung mittels SIB), als auch die funktionellen Fähigkeiten (gemessen mit ADCS-ADLsev) signifikant besser als in der Placebogruppe. Der klinische Gesamteindruck (CIBICplus) favorisierte ebenso signifikant eindeutig Memantin.
Zusätzlich zeigten weitere in Sevilla präsentierte Studien, dass die neue Therapieoption für Alzheimerdemenz, Memantin, auch einen positiven Effekt auf die vaskulären Formen der Demenz hat und auch auf leichtere Formen neurodegenerativer Erkrankungen. Memantin wurde vor kurzem von der EMEA für Europa zugelassen für die Indikation mittelschwere bis schwere Alzheimerdemenz. In Spanien wurde es Anfang dieses Jahres unter dem Namen Axura® eingeführt und ist unter diesem Namen in weiteren europäischen Ländern erhältlich.

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