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Pflege 15. September 2014

Der muslimische Patient

Verständnis der Auszubildenden im Pflegebereich deutscher Krankenhäuser im Umgang mit muslimischen Patienten

Hintergrund

Zurzeit leben ca. 4,3 Mio. Muslime in Deutschland (4,89 % der Gesamtbevölkerung). Da die Einhaltung eigener Glaubensregeln und -rituale einen hohen Stellenwert im Alltag gläubiger Muslime einnimmt, müssen auch die Krankenhäuser bei der Behandlung muslimischer Patienten auf die Berücksichtigung der entsprechenden Glaubensregeln und -rituale eingestellt sein, um glaubensund pflegeethische Konflikte zu vermeiden.

Ziel

Ziel der an der Philipps-Universität Marburg durchgeführten Studie war es, den Kenntnisstand der Auszubildenden im Pflegebereich zum Islam und Erlebnisse mit muslimischen Patienten zu ermitteln. Im Anschluss daran sollten Maßnahmen entwickelt werden, die die Auszubildenden auf mögliche Konfliktsituationen vorbereiten bzw. diese im Vorfeld verhindern.

Methode

Grundlage der Untersuchungsmethode bildet ein Fragebogen, mit dem der aktuelle Kenntnisstand des Pflegepersonals ermittelt wurde. Zudem wurde die anschließend stattfindende Schulung evaluiert.

Ergebnisse

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Krankenhauspersonal große Wissensdefizite bezüglich des islamischen Glaubens aufweist und die durchgeführte Schulungsmaßnahme positiven Einfluss auf den Kenntnisstand hatte.

Schlussfolgerung

Schulungen dieser Art sind wichtig für die Ausbildung des Pflegepersonals und sollten in den Ausbildungszyklus fest integriert werden.

Abstract

Background

At present there are about 4,3 million followers of Islam living in Germany (4.89 % of the total population). Compliance to religious rules and related doctrines is highly ranked in the routine daily life of believing and practicing Muslims. An important issue to consider is how this attitude is to be accommodated and observed in the day to day running of hospitals to avoid conflict situations in beliefs and ethical treatment decisions.

Aims

In order to face this dilemma at an early stage, a pilot study was started at the Philipps-University in Marburg to gather information on experiences with Islamic patients in hospitals. Based on the data obtained measures were initiated for trainee nursing staff in managing or preventing conflicts between Islamic patients and nursing.

Methods

In a survey a questionnaire was filled out by the nursing staff, to obtain an impression of the current state of knowledge and as a follow-up a training course was provided which was subject of evaluation.

Results

The data clearly show an initial deficit in the awareness of Islamic religious faith and knowledge could be improved considerably after the training course provided.

Conclusion

Educational training in this field is an important issue for nursing staff in hospitals and should be a continuous part of the educational curriculum.

Andrea Kronenthaler, Christina Werner, Hanna Hiltner, Amelie Grille, Walid Sulymankhail, Manfred Eissler, ProCare 6/7/2014

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