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Pflege 28. Mai 2014

Sich ergänzend reüssieren

Nicht nur ärztliches Know-howist entscheidend für das Behandlungsergebnis. Auch die Kompetenz des kardiologischen Assistenz- und Pflegepersonals trägt viel zum therapeutischen Erfolg bei.

Das ESC Council on Cardiovascular Nursing and Allied Professions (CCNAP) ist das europäische Pendant zur ÖKG-AG „Kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal“ und schließt wie diese auch alle anderen nicht-ärztlichen Berufsgruppen ein, die an kardiologischen Abteilungen arbeiten (Physiotherapeuten, Diätologen, etc.). Das CCNAP war der Veranstalter des EuroHeart Congress, der Anfang April in Stavanger /Norwegen stattfand und unter dem Motto „Heart and Mind“ stand.

„Die Veranstaltung war sehr gut besucht“, betont DGKS Suzan Yamuti, Leiterin der ÖKG-Arbeitsgruppe Kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal, IV. Medizinische Abteilung, KH Hietzing, Wien. Die engagierte Kämpferin für hohe Qualitätsstandards weist darauf hin, dass in Stavanger seitens der Europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie (ESC) eindringlich betont wurde, wie wichtig die Kenntnis nationaler und internationaler Guidelines auch für nicht ärztliches medizinisches Personal ist, weil dieses Wissen die Basis für eine reibungslose interdisziplinäre Zusammenarbeit im Herzkatheterlabor, auf der Intensiv- und Bettenstation und im ambulanten Bereich ist.

„Nur wenn jeder über seinen eigenen Bereich hinausschaut, und die Standards bezüglich Qualitätsmanagement und Guidelines von allen beteiligten Berufsgruppen eingehalten werden, kann der Patient optimal versorgt werden. Fort- und Weiterbildung wird daher beim kardiologischen Assistenz- und Pflegepersonal seit jeher groß geschrieben.“

Breites Wissen gibt Sicherheit im Alltag

Überaus vielfältig war das Programm in Stavanger. So befassten sich gleich mehrere Vorträge mit Devices bei terminaler Herzinsuffizienz, ein Bereich, bei dem das Assistenz- und Pflegepersonal eine wichtige Rolle spielt.

Weitere Schwerpunkte waren die Themen Prävention, Telemedizin und ganzheitliche Betreuung von Herzpatienten. Yamuti: „Wir müssen uns klar darüber sein, dass der Patient keine Maschine ist. Viele Aspekte beeinflussen den Gesundheitszustand.“ So zeigten in Stavanger vorgestellte Studien, dass schlechter Schlaf die Hospitalisationsrate bei Herzinsuffizienz verdoppelt, dass mittel- bis höhergradige Depressionen das Risiko für das Entstehen einer Herzinsuffizienz um 40 Prozent steigern und dass eine vom Pflegepersonal angeleitete Visualisierung einer sicheren Umgebung dazu imstande ist, Schmerzen im Rahmen einer Ablation bei Vorhofflimmern maßgeblich zu reduzieren.

Abschließend betont Yamuti, wie wichtig die Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen wie jenem in Stavanger für das Assistenz- und Pflegepersonal ist. „Ein Kongress ist die beste Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen, mit Kollegen zu diskutieren und den Umgang mit Studien zu lernen. Fortbildungen sind auch wichtig, um Sicherheit bei der täglichen Arbeit zu entwickeln, von der letztendlich jeder Patient profitiert.

 

 

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