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Pflege 28. November 2013

Sturz im Pflegeheim

Patienten mit Demenz profitieren von Kraft-Balance-Training

Bei der Sturzprophylaxe in Pflegeheimen sollten Bewohner mit Demenz unbedingt miteinbezogen werden. Auch sie profitieren von mobilitätsfördernden Maßnahmen. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Kraft-Balance-Training bei Demenzkranken gemacht“, sagt Anne-Marie Janssen, Leiterin Soziale Dienste des Seniorenheims Linn in Krefeld.

Speziell geschulte Mitarbeiter des Heims bieten den Demenzkranken das Training zur Prävention von Stürzen in Kleingruppen an. Dabei nehmen sie Rücksicht auf die individuellen Fähigkeiten der Patienten, berichtete Janssen.Die Demenzkranken profitieren von der Maßnahme nicht nur durch eine Stärkung der kÖrperlichen Funktionen. „Sie spüren den positiven Effekt, dass sie selbst etwas gegen ihre Balance-Schwierigkeiten tun kÖnnen.“

Kraft-Balance-Training

Die AOK Rheinland/Hamburg bietet Pflegeeinrichtungen im Rheinland seit 2009 über ihr Institut für Betriebliche GesundheitsfÖrderung die Schulung in Maßnahmen der Sturzprophylaxe an.Die Präventionsmaßnahme wirkt: In den Pflegeheimen sank die Zahl der Stürze um 14 Prozent, die der Frakturen um fast zwÖlf Prozent.

Das allgemeine Schulungsprogramm ist um ein Modul für das Training mit Demenz-Erkrankten erweitert worden — weil die Heimmitarbeiter einen entsprechenden Bedarf signalisiert hatten. Das Angebot soll dazu beitragen, die Zahl der Fixierungen in den Heimen zu reduzieren, sagte Buchwitz.

Im Elisabeth-Roock-Haus in Solingen werden seit 2010 Mitarbeiter in dem Sturzpräventionsprogramm geschult. „Wir kÖnnen klar sehen, dass sich die Zahl der Stürze vermindert hat“, sagte Pflegedienstleiterin Sonja Hüskens. Die positiven Effekte gehen aber noch weiter. „Das ist eine sehr schÖne Erfahrung für die Mitarbeiter, weil sie Erfolgserlebnisse haben.“ Zudem steige im Heim die Sensibilität für die besonderen Bedürfnisse der Bewohner mit Mobilitätseinschränkungen. Wichtig sei, dass AngehÖrige, Betreuer und Bevollmächtigte in den Prozess einbezogen werden, sagte Hüskens. Ihnen müsse häufig die Angst genommen werden, dass die Bewegung die Patienten gefährden kÖnnte.

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