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Pflege 28. März 2013

Wahrnehmungen von Angehörigen und Pflegenden bei Sterbenden mit Demenz


Einführung: Die Sterbebegleitung ist bei Menschen mit Demenz (MmD) angesichts eines frühzeitigen Verlusts von Autonomie vor völlig neue Anforderungen gestellt. Auf die Bedürfnisse von sterbenden Menschen mit Demenz einzugehen, heißt, die Bedeutung der Begleitung durch Angehörige und Betreuende hervorzuheben

Zielstellung: Die vorliegende hermeneutische Studie rekonstruiert mit reflektierenden Gesprächen die Angehörigen- und Pflegendenperspektive der letzten Lebensphase von Menschen mit Demenz. Folgende Fragen standen im Fokus: Welche Aspekte des Sterbens von Menschen mit Demenz nehmen Angehörige und Pflegende wahr? Nehmen sie auch sog. klare Momente bei Menschen mit Demenz beim Sterben wahr? Nehmen Angehörige und Pflegende eine orale Zufuhrverweigerung des sterbenden Dementen wahr?

Methode: Es wurde eine qualitative Datenerhebung anhand eines halbstandardisierten Interviewleitfadens mit 3 Forschungsgruppen durchgeführt: Angehörige, Pflegende mit gerontopsychiatrischem Fachwissen und Pflegehelferinnen, die vor oder direkt während des Sterbens von Menschen mit Demenz anwesend waren. Es wurden 26 Interviews mithilfe der Kategorienbildung bis zur erreichten Datensättigung ausgewertet. Sechs Kategorien der Untergruppe psychosoziale Wahrnehmungen wurden einer näheren Betrachtung unterzogen

Ergebnisse: Pflegende und Angehörige nehmen sog. klare Momente beim Sterben von Menschen mit Demenz wahr. Angehörige und Pflegende nehmen eine orale Zufuhrverweigerung bei sterbenden Menschen mit Demenz wahr. Die Begleitung der Menschen mit Demenz im Sterben durch eine Betreuungsperson ist von hoher Bedeutung für ein würdevolles Sterben

Schlussfolgerung: Es konnte eine erste Theoriebildung hinsichtlich der hohen Bedeutung der Begleitung von sterbenden Menschen mit Demenz durch eine Betreuungsperson für ein würdevolles Sterben entwickelt werden, die aber durch weitere Studien geprüft werden muss


Background: Hospice care of people with dementia has to cope with completely new demands in view of an untimely loss of patient autonomy. To meet the needs of dying people who suffer from dementia the importance of company and support given by relatives and nurses has to be made clear and has to be acknowledged

Objective: The present hermeneutic study reconstructs relatives’ and nurses’ perspectives of the last phase of life of people with dementia through reflective dialogues. For this the following questions were central: which aspects of people with dementia dying do relatives and nurses observe? Can they also notice so-called ‘clear moments’ in people with dementia when they are dying? Can relatives and nurses observe a refusal of nutrition of people with dementia?

Materials and methods: Based on a semi-standardized interview guideline a qualitative data elicitation was conducted within three groups: relatives, nurses with geronto-psychiatric knowledge and nursing auxiliaries present prior to or during dying of people with dementia. A total of 26 interviews were evaluated through categorization until complete saturation of the data and 6 subcategories of psycho-social perception were analyzed more precisely

Outcomes: Nurses and relatives can perceive so-called ‘clear moments’ in people with dementia when they are dying. Relatives and nurses also observe a refusal of nutrition. The company and support given by a caring person is of great importance for dying with dignity

Conclusion: A first theory regarding the high importance of company and support given to dying people with dementia by a care person for dying with dignity could be established. However, this theory has to be verified through further studies

Veronika Schraut · Christian Rester · Barbara StädtlerMach, ProCare 3/2013

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