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Pflege 30. Juni 2005

Problem Kotsteine

Berlin. Die Diagnose einer Stuhlinkontinenz wird bisher noch selten gestellt. Wichtiger ursächlicher Faktor: die Obstipation. Nach Dr. Hans-Jürgen Gruss, Universität Witten/Herdecke, leiden in geriatrischen Kliniken 26 Prozent und in gerontopsychiatrischen Einrichtungen bis zu 46 Prozent an einer Stuhlinkontinenz, überwiegend ältere Frauen. Die Sensibilität der Rektumschleimhaut und der rektale Muskeltonus nehmen im Alter ab. Zerebrale Funktionsstörungen und etwa eine Beckenbodenschwäche tragen zur Entwicklung einer Stuhlinkontinenz bei.

Bei der Obstipation kommt es durch Eindickung der Stuhlmassen zum Kotstau bis hin zu Kotsteinen im Rektum. Folge ist die Hypersekretion von Schleim und Flüssigkeit, und durch die Darmperistaltik wird flüssiger Kot an den Steinen vorbei entleert. Oft wird dies als Durchfall missgedeutet, die Patienten werden dann fälschlicherweise mit Anti-diarrhoika behandelt. Die richtige Therapie bei Koprostase sind abführende Maßnahmen, wobei in manchen Fällen nur die digitale oder die chirurgische Ausräumung bleibt.

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