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Pflege 30. Juni 2005

Zur Geschichte der Geriatrie

Schon die alten Ägypter wussten Bescheid über die vielen Gebrechen, die besonders im hohen Alter auftreten können. Auch die Griechen beschäftigten sich mit dem Thema; Ärzte und Philosophen setzten sich mit alters-assoziierten Erkrankungen auseinander. Aristoteles etwa entwickelte eine Theorie über das Altern als einen "Verlust von Hitze". Im 18. und 19. Jahrhundert schrieben mehrere Ärzte über die spezifischen Erkrankungen im höheren Lebensalter und ihre Behandlung. 

Der Begriff "geriatrics" wurde von Ignatz L. Nascher (1863-1944) geprägt, einem New Yorker Arzt, der in Wien geboren wurde. Er besuchte 1904 das Pflegeheim Lainz und war sichtlich überrascht vom guten Zustand der Pflegeheimbewohner sowie von deren niedriger Sterberate. 
Nascher: "Geriatrics, from Geras, old age, and Iatrikos, relating to the physician, is a term I would suggest as addition to our vocabulary, to cover the same field in old age than is covered by the term pediatrics in childhood." Wieder in New York (wo er am Mount Sinai Hospital arbeitete), publizierte er im "New York Medical Journal" einen Artikel, in dem er die volle Eigenständigkeit der Geriatrie forderte.  Das erste Lehrbuch "Geriatrics" wurde 1914 von Nascher veröffentlicht, im selben Jahr publizierte der Wiener Internist H. Schlesinger das Lehrbuch "The Diseases of the Advanced Age". 

Nach dem 2. Weltkrieg war Prof. Dr. Walter Doberauer eine der wichtigsten Persönlichkeiten für die Entwicklung der Geriatrie in Österreich. Im Jahr 1956, ein Jahr nach der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie durch Doberauer, war Bad Hofgastein bereits Tagungsort des ersten österreichischen Geriatriekongresses. Österreich hat also eine sehr lange Tradition in der Geriatrie!

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