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Pflege 30. Juni 2005

Das GerontoPsychiatrische Zentrum

Gemäß der ständig steigenden Lebenserwartung besteht ein zunehmender Bedarf an Versorgungs- und Therapieeinrichtungen der altersspezifisch häufig auftretenden Erkrankungen.  Ein europaweit neuartiges Konzept ist nunmmehr seit einem halben Jahr mit dem GerontoPsychiatrischen Zentrum (GPZ) als ambulante Einrichtung und letzte Neugründung des Psychosozialen Dienstes (PSD) in Wien verwirklicht. Im Vordergrund steht die integrative Arbeitsweise - die unverzichtbare Zusammenarbeit und Interaktion mit zuweisenden Institutionen und Ärzten.

"Unser Angebot richtet sich vorwiegend an Menschen jenseits des 65. Lebensjahres mit psychischen oder psychiatrischen Problemen, aber auch ,jüngere´ Patienten mit dementieller Erkrankung werden von uns betreut", erklärt der ärztliche Leiter OA. Dr. Georg Psota, "weitere Schwerpunkte unserer Arbeit liegen in der Beratung von Angehörigen und Betreuern, zum Beispiel Heimhilfen oder PflegerInnen, sowie in der Organisation von Fortbildungsveranstaltungen."

Die von Anbeginn an rege Nachfrage zeigt sich in bisher 220 persönlichen Kontaktaufnahmen, wobei sich diese in 130 Patienten und 90 Angehörigenkontakte aufgliedern lassen. Die zahlreichen telefonischen Informations- und Beratungsgespräche bestätigen zusätzlich den dringenden Bedarf an solchen Einrichtungen. Bewältigt wird die Arbeit von einem Team bestehend aus drei FachärztInnen für Psychiatrie und Neurologie, einer Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, zwei Klinischen PsychologInnen, zwei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern (ein allgemein psychiatrischer, ein gerontopsychiatrischer Pfleger) sowie einer Sekretärin. Das Angebot des GPZ ist auf einen Zeitraum von maximal drei Monaten ausgerichtet und umfasst folgende Leistungen:

  • ambulante gerontopsychiatrische Beratung
  • Abklärung der psychosozialen Verhältnisse
  • Die Psychometrische Befundung erfolgt mittels eigener Memory-Klinik (Kooperation mit der Gedächtnisambulanz AKH Wien)
  • Ergänzende bildgebende Diagnostik und spezielle Blutuntersuchungen per Zuweisung
    Telefonische Beratung und Information für AllgemeinärztInnen sowie im medizinischen, pflegerischen und sozialen Bereich Tätige
  • Telefonische und persönliche Information und Beratung für Angehörige in einer eigenen Angehörigenberatung.

"Zusätzlich besteht die Möglichkeit von Hausbesuchen, diese sind vor allem bei multimorbiden Patienten eine große Entlastung sowohl für den Betreffenden selbst als auch für dessen Angehörige beziehungsweise Betreuende", ergänzt Psota.

Integrative Arbeitsweise

Der übliche Ablauf eines Patientenkontaktes sieht wie folgt aus:
Nach telefonischer Terminvereinbarung (Wartezeit maximal eine Woche) wird gemeinsam mit dem Patienten, eventuell unter Einbeziehung der Angehörigen oder Pflegeperson, eine Art "Gesamtschau" erstellt. Dazu gehören die pflegerischen Maßnahmen, Erstellung eines psychiatrischen und neurologischen Status, Blutdruckmessung und Blutzuckerbestimmung sowie die Erhebung der Medikamentenanamnese und die Anregung noch ausständiger Untersuchungen (etwa CCT, MRT oder EEG.)

"Weiters erfolgt eine Terminvereinbarung zur psychometrischen Testung, sofern diese nicht beim Erstkontakt möglich ist", erklärt Psota. Der darauf folgende Termin dient zur ausführlichen Besprechung der erhobenen Befunde und gegebenenfalls zur Empfehlungsverordnung. Psota: "Ein uns wichtiger Punkt ist die zeitliche Begrenzung auf maximal drei Monate. In diesem Zeitraum sollten unsere oft nur ergänzenden Interventionen zu bereits bestehenden Versorgungsstrategien abgeschlossen sein."

Bei Patienten mit Demenzdynamik (50-60 Prozent der Patienten) erfolgt in jährlichem Abstand die Verständigung zur Durchführung einer Kontrolltestung. Für Angehörige bietet des GPZ Einzelberatungen an. Unabhängig, ob der Betreffende gemeinsam mit dem Patienten oder allein Unterstützung sucht, reicht das Angebot von allgemeiner Beratung über instruktive Elemente bis zur therapeutischen Ebene und allenfalls auch Interventionen."Sehr wichtig ist es mir, noch einmal zu betonen, dass wir unsere Aufgabe in der Beratung und Information von Patienten, Angehörigen und Kollegen sehen sowie in der kurz- bis mittelfristigen Intervention zur Versorgungsoptimierung gerontopsychiatrischer Patienten", meint Psota abschließend. 

Kontakt: GerontoPsychiatrisches Zentrum (GPZ) des PSD, 1090 Wien, Sechsschimmelgasse 21, Tel: 310 00 16, 310 00 17, täglich von 8-14 Uhr

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