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Pflege 30. Juni 2005

Erfolgreiche Remobilisation in der Geriatrie

"Als sehr erfreulich und ermutigend, den Weg der Remobilisierung alter Menschen konsequent fortzusetzen" bezeichnet Prim. Dr. Helfried Feist die Ergebnisse einer aktuellen Studie über die Langzeitergebnisse der geriatrischen Remobilisation im Otto Wagner Spital. Die von Frau Dr. Roswitha Osso und Prim. Feist durchgeführte Studie belegt, dass mehr als 80 Prozent der auf der "Kurzzeitpflegestation" aufgenommenen Patienten nach einer intensiven Betreuung wieder nach Hause entlassen werden konnten. Ein sehr hoher Prozentsatz dieser Patienten war auch noch nach mehreren Jahren in der Lage in der häuslichen Umgebung zu leben. Die Studie wurde im März 2001 am Geriatrie-Kongress in Bad Hofgastein der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Die Kurzzeitpflegestation des Otto Wagner Spitals wurde 1996 eröffnet um geriatrische Patienten nach Frakturen, neurologischen und internen Erkrankungen zu rehabilitieren. Dr. Herbert Weirich, Oberarzt der Station: "Das Ziel der Remobilisation ist es, die körperlichen und geistigen Funktionen der PatientInnen soweit wieder herzustellen, dass sie wieder in ihrer gewohnten, häuslichen Umgebung zurechtkommen. Die Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Ärzten, Pflegepersonen, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialarbeitern."

Mehr als 80 % Entlassungen

Die Ergebnisse der geriatrischen Remobilisation sind bemerkenswert: mehr als 80 % der aufgenommenen, betagten Personen können wieder nach Hause entlassen werden. "Die Entlassung in die gewohnte Umgebung ist für die alten Menschen sehr wichtig und gibt ihnen neuen Lebensmut", so Prim. Feist. Im Jahr 1998 betrug die Entlassungquote 85 Prozent (von insgesamt 155 PatientInnen konnten 132 nach Hause entlassen werden), im Jahr 1999 lag die Quote bei 84 Prozent (127 von 151 Patienten konnten nach Hause zurück).

In einer aktuellen Studie wurde das weitere Schicksal der PatientInnen nach deren Entlassung verfolgt. Die Erhebungen zeigen, dass der Großteil der PatientInnen der Kurzzeitpflegestation der Geriatrischen Abteilung, ein halbes Jahr bzw. ein Jahr nach ihrer Entlassung noch zu Hause leben. Im Jahr 1998 lebten 86 Prozent ein halbes Jahr nach ihrer Entlassung und 74 Prozent ein Jahr nach ihrer Entlassung zu Hause. Im Jahr 1999 waren nach 6 Monate 78 Prozent und nach einem Jahr 68 Prozent in der häuslichen Umgebung. Die anderen PatientInnen waren entweder verstorben oder mussten in einem Pflegeheim aufgenommen werden.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Konzept der geriatrischen Remobilisation hervorragend funktioniert", freut sich Feist. "Es ist für uns ein schöner Erfolg, dass 80 Prozent der PatientInnen auf der Kurzzeitpflegestation nach einem geriatrischen Ereignis wieder entlassen werden können. Noch erfreulicher ist es, dass die geriatrische Mobilisation starke Nachhaltigkeit zeigt und der Erfolg für längere Zeit anhält", so Feist. In einer weiteren Studie ist nun geplant, die Nachforschungen nach der Entlassung auf 2-3 Jahre auszudehnen.

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