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Pflege 10. November 2005

Animation zur Aktivierung von Pflegeheimbewohnern

Die Station Karlshaus Parterre hatte ihr Projekt „Animation wirkt“ aufgrund des großen Erfolges bei den Pflegeheimbewohnern für den Gesundheitspreis der Stadt Wien eingereicht. Am 16. Dezember 2004 konnte das Pflegeteam den Preis für den 2. Platz entgegennehmen. Diese Auszeichnung ist eine große Motivation für das ganze Team und bestärkt es, das Projekt auch 2005 mit vollem Einsatz fortzusetzen.

An der I. Abteilung des Geriatrischen Zentrums im Wiener Otto- Wagner-Spital auf der Baumgartner Höhe werden 110 betagte Patienten betreut. Ein wesentliches Ziel der täglichen Arbeit besteht in der Verbesserung der Lebensqualität durch „menschliche Geriatrie“. Einigen Pflegeheimbewohnern fiel es oft schwer, mit „ihrer Zeit etwas anzufangen“. Das war dem Pflegepersonal von Karlshaus Parterre seit längerem aufgefallen. Vor einem Jahr wurde vom Pflegeteam unter der Leitung von Stationsschwester Helga Schmid und DGKP Konrad Fallmann das Projekt „Animation wirkt“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, die Patienten dazu anzuregen, vorhandene Fähigkeiten zur Erfüllung der Aktivitäten des täglichen Lebens sinnvoll zu nutzen oder neu zu entwickeln, berichtete Prim. Dr. Helfried Feist, Vorstand der I. Geriatrischen Abteilung des Otto Wagner Spitals, Wien: „Angeboten werden regelmäßige Bewegungstherapie mit musikalischer Begleitung, Ballspiele, Gedächtnistraining und Gesprächsrunden. Die Aktivitäten finden täglich von Montag bis Freitag nach einem genau festgelegten Terminplan statt, sodass sich die Patienten daran orientieren können.“

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Die verbesserte Tagesstruktur durch Animation zu
körperlicher, geistiger und sozialer
Aktivität macht die Patienten ausgeglichener,
kooperativer und zufriedener.

Nach kurzer Zeit erste Erfolge

Schon kurze Zeit nach Einführung dieses Projektes erlebten unsere Bewohner und das Pflegeteam erste Erfolge. Viele Patienten sind seither ausgeglichener, kooperativer und zufriedener. Zusätzlich zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität und der Tagesstruktur. Die Pflegeheimbewohner haben sich schnell an die Regelmäßigkeit der Animation gewöhnt und freuen sich immer schon auf die nächsten Termine. Für viele ist diese gemeinschaftliche Aktivität ein wichtiger Grund, jeden Morgen aufzustehen und sich auf den Tag zu freuen. Das Projekt ist aber auch eine willkommene Erweiterung und Bereicherung in der Tätigkeit des Pflegepersonals. Sie haben eine großartige Aufgabe darin gefunden, die Patienten zu ermuntern und nach den Leitsätzen „Wer sich nicht bewegt, wird unbeweglich“ und „Fördern ist immer auch gleich fordern, ohne Forderung kommt es zur Erstarrung“ zu vermehrter körperlicher, geistiger und sozialer Aktivität zu animieren. Auch von den Angehörigen und Besuchern wird die positive Veränderung der Pflegeheimbewohner mit Freude wahrgenommen. Die Strukturierung der Tage und Wochen ist sehr wesentlich für das Gewinnen, Erreichen und Beibehalten einer Perspektive. Animation ist kein abgeschlossener Vorgang, sondern ständig in Entwicklung begriffen. Eine der neuesten Ideen ist die Wiederentdeckung schlummernder musikalischer Fähigkeiten. Senioren werden motiviert, Musikinstrumente, die sie früher einmal gespielt haben, wieder auszuprobieren.

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