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Pflege 20. Dezember 2012

Wie erleben pflegende Angehörige die Inkontinenz ihres an Alzheimer-Demenz erkrankten Ehepartners?

SUMMARY
BACKGROUND: As a result of dementia many affected persons develop incontinence. Family caregivers have to deal with this too. How spousal caregivers experience the situation has hardly been studied.

METHODS: In order to explore the experience of incontinence from the spousal caregiver's perspective, a qualitative, descriptive study method was chosen. Using a problem-centred interview guide, interviews with five spousal caregivers, whose partners suffer from dementia, were conducted. The transcribed interviews were analysed according to Mayring's qualitative content analysis.

RESULTS: A total of nine main categories were identified: assault on one's personal values and visions of life, terrifying, sorrowful burden, change in partner relationship, exclusion and withdrawal from public life, centre of everyday life, taking care and struggling alone, different sense of smell, effect on spousal caregiver's health and financial burden.

DISCUSSION: The experiences of spousal caregivers are diverse ranging from internal conflicts between one's own actions regarding incontinence management and social values to more practical problems such as waste disposal. In some aspects, the experience of incontinence seems to be closely linked to the typical progression of Alzheimer's disease.

ZUSAMMENFASSUNG
HINTERGRUND: Infolge einer Demenzerkrankung entwickeln viele Betroffene eine Inkontinenz. Diese muss von pflegenden Angehörigen mitversorgt werden. Wie die Situation von pflegenden Ehepartnern erlebt wird, ist kaum untersucht.

METHODIK: Um das Erleben von Inkontinenz aus Sicht pflegender Ehepartner zu beschreiben, wurde ein qualitatives, deskriptives Untersuchungsdesign gewählt. Mithilfe eines problemzentrierten Leitfadens wurden 5 Ehepartner von demenzerkrankten Menschen interviewt. Die Auswertung der transkribierten Interviews erfolgte orientiert an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.

ERGEBNISSE: Es wurden 9 Hauptkategorien herausgearbeitet: Angriff eigener Werte- und Lebensvorstellungen; furchteinflößende, sorgenvolle Bürde, Wandel partnerschaftlicher Beziehungen, Ausgrenzung und Zurückweichen aus dem öffentlichen Leben; Alltagsmittelpunkt; sich alleine kümmern und bemühen; unterschiedliche Geruchsempfindung; Auswirkungen auf die Gesundheit der pflegenden Ehepartner und finanzielle Belastung.

DISKUSSION: Das Erleben der Inkontinenz durch die pflegenden Ehepartner zeigt ein weites Spektrum auf: von inneren Konflikten zwischen dem eigenen Handeln bei der Inkontinenzversorgung und gesellschaftlichen Wertvorstellungen bis zu eher "praktischen Problemen", wie der Abfallentsorgung. In einigen Aspekten scheint das Erleben der Inkontinenz eng an den spezifischen Verlauf der Alzheimer-Erkrankung geknüpft zu sein.

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