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Neurologie 30. Juni 2005

Wie viel Zeit bleibt Alzheimer-Patienten?

Sowohl Patienten als auch deren Angehörige möchten oft die tatsächliche Lebenserwartung bei einer Alzheimererkrankung erfahren.

Die Alzheimer-Erkrankung steht ex aequo mit zerebrovaskulären Läsionen an dritter Stelle der Todesursachen bei älteren Menschen. In einer prospektiven Beobachtungsstudie unter 23.000 Personen über 60 Jahren einer amerikanischen Krankenversicherung wurden zwischen 1987 und 1996 521 Fälle der Alzheimer-Erkrankung neu diagnostiziert. Für die Untersuchung erfasst wurden demografische Daten, der Score beim Mini-Mental-State-Test (MMST), der Score beim Blessed-Dementia-Rating-Scale, die Symptomatik bei Diagnosestellung, assoziierte Symptome und Komorbidität bei Eintritt in die Studie und in jährlichen Abständen im Verlauf. Die mediane Überlebensrate nach Diagnosestellung betrug für Männer 4,2 Jahre, für Frauen 5,7 Jahre. Männer hatten in allen Altersgruppen eine schlechtere Prognose als Frauen. Im Vergleich zur übrigen Bevölkerung der USA war die Überlebensrate in allen Altersgruppen deutlich verkürzt. In einem proportionalen Risikomodell erwiesen sich als Prädiktoren für die Mortalität ein MMST Score von 17 und weniger, ein Ausgangswert auf der Blessed-Dementia-Rating-Scale von 0,5 oder mehr, das Vorhandensein von Zeichen einer Frontallappenläsion, Extrapyramidalzeichen, eine Gangstörung, die Anamnese von Stürzen sowie eine bestehende Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit oder Diabetes mellitus bei Aufnahme in die Studie. Besonders die rasche Abnahme der kognitiven Funktionen im ersten Jahr nach Diagnosestellung erwies sich in der Studie als verlässlicher Anzeiger eines ungünstigen Verlaufs der Demenz vom Alzheimer-Typ.

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