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Je älter die Menschen werden, desto größer wird der Pflegebedarf in der Zukunft.
 
Pflege 2. Juli 2012

ÖGKV fordert umfassende Reformen für Pflegefachpersonen

Pünktlich zu Ferienbeginn gelangt der Personalmangel in der Pflege wieder in die Schlagzeilen. Dabei liegen die Fakten bei den Verantwortlichen schon seit langem auf dem Tisch.

Die Bevölkerung Österreichs wird erfreulicherweise pro Jahr um drei Monate älter. Gleichzeitig sinkt jedoch die Anzahl der Neugeborenen. Angehörige sind mit den wachsenden Aufgaben bei der Pflege zu Hause all zu oft überfordert.

 

Darüber hinaus steigt der Pflegebedarf der PatientInnen im Krankenhaus durch immer komplexere Krankheitsbilder und den damit verbundenen Pflegebedarf permanent.

Der Pflegefachkräftemangel zeichnet sich seit Jahren, nicht zuletzt ebenso demographisch bedingt, ab. Denn ein ebenso wachsender Anteil der Pflegefachpersonen ist bereits im Lebensabschnitt zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr. Obwohl, insbesondere in den letzten Jahren die Pflegefachberufe vermehrt als Berufe mit Zukunft bezeichnet werden, sind sie doch für junge Menschen nicht attraktiv.

Zentrale Rolle im Gesundheitssystem

"Pflegefachpersonal hat eine zentrale Rolle im Gesundheits- und Sozialwesen und verbringt die meiste Zeit direkt mit den Patienten und Patientinnen. Ohne diese Leistungen sind die Versorgungssysteme nicht möglich. Leider ist die Einbindung des Fachwissens der Pflegefachberufe sehr unzureichend in den Entscheidungsgremien abgebildet", meint Ursula Frohner, Präsidentin der Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

Der sich abzeichnende Personalmangel hat viele Gründe. So geht die Umsetzung der längst fälligen Ausbildungsreform für Pflegefachberufe nur sehr schleppend voran. Die Finanzierung durch die öffentliche Hand und die damit längst fällige Umsetzung der Fachhochschulausbildung für diesen wichtigen Gesundheitsberuf deckt den Bedarf an Ausbildungsplätzen keineswegs ab.

Unzureichende Entlohung nur mehr der Tupfen auf dem i

Frohner "Pflegefachkräfte werden nach wie vor als SekretärInnen, TelefonistInnen, SeviererInnen und Reinigungskräfte eingesetzt. Kein Wunder, wenn junge Menschen, übrigens zunehmend MaturantInnen, diesen Beruf nicht ergreifen oder nach der Ausbildung auch ausüben wollen. Schlechte Arbeitsbedingungen, sowie unzureichende Entlohnung sind dann nur mehr der Tupfen auf dem i".

Um dem immer größer werdenden Pflegepersonalmangel entgegen zu wirken, ist eine nachhaltige Einbindung der Pflegefachperspektive in Entscheidungsgremien, die rasche Umsetzung der Ausbildungsreform, gemäß der EU-Bestimmungen, sowie eine Abbildung der Handlungskompetenz die den Systemen und den Aufgaben der Pflegefachberufe im 21. Jahrhundert Rechnung trägt, umzusetzen.

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