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Pflege 17. Februar 2012

Veranstaltungstipp: Mobility Day 2012

Die Förderung der Bewegungsfähigkeit und Mobilität steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Denn einerseits steigt die Lebenserwartung der Menschen, andererseits überleben dank des medizinischen Fortschrittes immer mehr Menschen schwere Erkrankungen. "Beides bedeutet, dass eine frühzeitige und regelmäßige Mobilisierung einen immer größeren Stellenwert in der Gesellschaft bekommt", betont Dr. Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV).

Selbstständigkeit fördern

Seit einigen Jahren gehen der KAV gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien der Frage nach, welche Maßnahmen erforderlich sind, um möglichst lange ein selbständiges Leben zu ermöglichen. "Die neuesten Studienergebnisse, die am Mobility Day präsentiert werden, stimmen mich optimistisch, dass wir in unseren Spitälern schon bald effiziente Werkzeuge einsetzen können, um die Mobilität unserer Patienten zu steigern", so  Marhold.

Faktor Mobilität entscheidend

In einer Studie mit über 500 Patienten zwischen 20 und 99 Jahren wurde 2009 an KAV Spitälern erhoben, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Mobilitätsstatus und Aufenthaltsdauer im Krankenhaus gibt. Patienten mit geringer Beweglichkeit müssen deutlich länger im Spital bleiben. Ebenso ist die Sterberate bei Patienten mit guter Mobilität niedriger. Im Anschluss an diese erste Erhebung entstanden einige Projekte, um die Mobilisierung im Krankenhaus zu fördern. Die Ergebnisse werden beim Mobility Day am 23. Februar präsentiert.

Angehörige können helfen

So hat etwa eine Studie mit 115 Patienten unter der Leitung von Univ. Prof.in Dr.in Tatjana Paternostro-Sluga von der MedUni Wien am AKH gezeigt, dass eine Einbeziehung von Angehörigen zur Bewegungsförderung im Krankenhaus messbare Erfolge bringt. Die Patienten wurden zu mehr Aktivitäten motiviert und aufgefordert, mit ihren Angehörigen spazieren zu gehen.

Lag die durchschnittliche Spitalsaufenthaltsdauer bei jenen Patienten, die sich weniger bewegten, bei 14 Tagen, verringerte sie sich bei der "bewegungsfreudigeren Gruppe" um 3,4 Tage auf 10,6 Tage. "Es stellte sich auch heraus, dass mehr Bewegung zu weniger Stürzen führt", erklärt Paternostro-Sluga, die das Projekt 2009 initiiert hat.

Erfolg für Videoprogramm

Eine weitere Arbeitsgruppe, bestehend aus Ärzten, Physiotherapeuten und Pflegekräften aus dem AKH- und den KAV-Spitälern, entwickelte ein Videobewegungsprogramm für Menschen, die einen bauchchirurgischen Eingriff oder eine Operation am Herzen hatten. Es soll den Patienten ermöglichen, mehrmals am Tag - zusätzlich zum physiotherapeutischen Bewegungstraining - zu üben. Zurzeit wird das Video in zwei KAV-Spitälern - dem Kaiser-Franz-Josef-Spital und dem Wilhelminenspital - erprobt.

 

Info

Mobility Day
23. Februar 2012, 9 bis 17 Uhr
Hotel Modul
19., Peter-Jordan-Straße 78

Diese Fachveranstaltung kann nur nach Anmeldung besucht werden.
Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter Tel. 01/40 409/700 65.

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