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Foto: TeraPharm – SafeCam
Tabletten hinterlassen ihren unverkennbaren Fingerabdruck.
 
Pflege 23. Dezember 2011

Terahertztechnik für sicherere Pharmakotherapie

Ein innovatives Kamerasystem soll Fehler bei der Medikamentenzuteilung verhindern.

Forscher der Ruhr-Universität Bonn (RUB) entwickeln ein Verfahren, mit dem es bei der patientenindividuellen Arzneimittelverblisterung zu keinen Verwechslungen mehr kommen soll.

 

In Pflegeheimen werden die Medikamente, die die Bewohner einnehmen müssen, entweder von Hand zusammengestellt oder mithilfe von sogenannten Blisterautomaten. Dass das händische Sortieren fehleranfällig ist, liegt auf der Hand, aber auch die „patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung” hat ihre blinden Flecken: Damit werden die Medikamente für jeden Patienten und jeden Zeitpunkt automatisiert in Beutelchen abgefüllt, auf denen vermerkt ist, für wen wann was enthalten ist. Die richtige Zusammenstellung wird mit Schwarz-weiß-Kameras kontrolliert, die mit einer Software ausgestattet sind, die jener von Personenerkennungssystemen ähnelt. Damit wird abgeglichen, ob auch wirklich im Beutel steckt, was draufsteht. Allerdings können diese Kamerasysteme nicht alle Tabletten einwandfrei voneinander unterscheiden. Dadurch könnte es trotz aller Vorsicht dennoch zu folgenschweren Fehlern kommen. Auf die zusätzliche Überprüfung durch den Menschen kann deshalb nicht verzichtet werden.

Um diese Blistersysteme sicherer zu machen, kamen RUB-Forscher nun auf die Idee, ein Terahertz-spektroskopisches Verfahren anzuwenden, um so jede einzelne Tablette fehlerfrei zu identifizieren zu können. Die verwendeten Beutel sind für Terahertzwellen – im Spektralbereich zwischen sichtbarem Licht und Radarfrequenzen – transparent, so dass die verschiedenen Wirkstoffe und Tablettenbestandteile unter der Bestrahlung eine Art unverkennbaren „Fingerabdruck“ aufweisen. Fehler bei der Identifizierung lassen sich dann vollständig ausschließen.

Das Projekt TeraPharm/SafeCam wird von Dr. Jens Soetebier vom Applied Competence Center Terahertz (ACC Terahertz) der RUB koordiniert. Beim Wettbewerb „Transfer.NRW Science to Business PreSeed“ konnte die Idee die Jury überzeugen. Nun wird das Projekt aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördert. 

 

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

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