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Pflege 19. November 2010

Pflegende Angehörige: Belastungen & Entlastungsangebote

PROBLEMSTELLUNG: Die Prävalenz der an Demenz erkrankten Menschen in Österreich beträgt laut Gleichweit und Rossa (2009) circa 100.000. Die Inzidenz dieser Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Eine Untersuchung von Zanck und Schacke (2004) von Tiroler Demenzkranken zeigt, dass pflegende Angehörige durch die Pflege eines an Demenz erkrankten Angehörigen stark betroffen sind.

UNTERSUCHUNGSZIELE: Ein Ziel dieser Untersuchung war, die Belastungen pflegender Angehöriger von Demenzkranken in Tirol darzustellen. Außerdem sollten die angebotenen Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige in den 30 untersuchten Sozial- und Gesundheitssprengeln Tirols aufgezeigt werden. METHODE: Im Rahmen einer mündlichen Befragung wurden Belastungen bei 62 pflegenden Angehörigen von Demenzkranken in 30 Tiroler Sozial- und Gesundheitssprengeln erhoben. Es handelt sich dabei um eine Gelegenheitsstichprobe.

ERGEBNISSE: Als besonders belastend werden die Veränderung der Persönlichkeit des Demenzkranken (92 %), der Beziehungsverlust zum Gepflegten (80 %), Verhaltensveränderungen (74,2 %), persönliche Einschränkung der Pflegenden bezüglich der eigenen Gesundheit (45 %) und mangelnde soziale Anerkennung (36 %) von den pflegenden Angehörigen erlebt. Die Untersuchung zeigt, dass alle untersuchten Sozial- und Gesundheitssprengel in Tirol unterschiedliche Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige anbieten. SCHLUSSFOLGERUNG: Pflegende Angehörige von Demenzkranken bedürfen besonderer Unterstützung, wie z. B. in Form einer Beratung oder einer stundenweisen Entlastung bei der Pflege, damit sie den Anforderungen gewachsen sind und nicht selbst zu Pflegebedürftigen werden.

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