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Pflege 11. Juni 2010

Einschätzung der Pflegebedürftigkeit von Pflegeheimbewohnern in Tirol mit dem Alternativen Begutachtungsverfahren (ABV) und ein Vergleich zur Pflegegeldeinstufung in Österreich

PROBLEMSTELLUNG: In Österreich erfolgt die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit im Rahmen der Pflegegeldbegutachtung derzeit durch ein ärztliches Sachverständigengutachten. Hierbei finden vor allem körperliche Funktionsstörungen Beachtung. Die Pflegegeldzuteilung in sieben Stufen basiert auf dem erforderlichen Zeitaufwand zur Betreuung der pflegebedürftigen Person. Dabei wird ein bisher nicht auf testtheoretische Gütekriterien untersuchtes Instrument eingesetzt. International wird die erforderliche Pflegezeit als Einschätzungskriterium für Pflegebedürftigkeit kritisch gesehen. ZIEL: Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Erfassung und Darstellung der Pflegebedürftigkeit von Bewohnern in Tiroler Wohn- und Pflegeheimen mit dem Alternativen Begutachtungsverfahren zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit (ABV). METHODE: Die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit mit dem ABV erfolgte bei 126 Bewohnern in vier ausgewählten Wohn- und Pflegeheimen in Tirol. ERGEBNISSE: Bei den untersuchten Bewohnern wurden neben Mobilitätseinschränkungen, häufig kognitive bzw. psychische Funktionsstörungen festgestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die derzeitige Pflegegeldeinstufung in Österreich nicht zuverlässig ist, da wesentliche pflegerelevante Aspekte der pflegebedürftigen Bewohner nicht berücksichtigt werden. SCHLUSSFOLGERUNG: In Österreich besteht die Notwendigkeit einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu definieren, sowie ein valides und reliables Begutachtungsinstrument zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit im Rahmen der Pflegegeldeinstufung zu entwickeln.

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