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Pflege 11. Juni 2010

Mangelernährung in sechs österreichischen Pflegeheimen – ein heimliches Leid

ZIEL: Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Prävalenzrate von Mangelernährung beziehungsweise des Mangelernährungsrisikos, die Erfassung des Ernährungszustandes sowie die Maßnahmen, welche bei mangelernährten Bewohnern beziehungsweise Risikobewohnern in österreichischen Pflegeheimen (n = 6) durchgeführt werden, zu erheben. PROBLEMSTELLUNG: Institutionalisierte, ältere Menschen zählen aufgrund von altersabhängigen Veränderungen zu einer Hochrisikogruppe für die Entstehung von Mangelernährung. Laut internationalen Studien bewegte sich die Mangelernährungsprävalenz bei Pflegeheimbewohnern zwischen 2 % und 71 %. In diesen Studien wurden unterschiedliche Erfassungsinstrumente verwendet, welche die Vergleichbarkeit einschränken. Für Österreich gibt es bislang keine standardisiert erhobenen Daten zur Prävalenz von Mangelernährung in Pflegeheimen. METHODE: Eine multizentrische Prävalenzerhebung wurde durchgeführt. ERGEBNISSE: Nach dem Malnutrition Universal Screening Tool (MUST) waren 23,6 % einem moderaten beziehungsweise hohen Mangelernährungsrisiko ausgesetzt. Die Erfassung des Ernährungszustandes erfolgte bei 92,5 % durch die Erhebung des Gewichts, bei 46 % der Bewohner wurden Assessmentinstrumente angewendet. SCHLUSSFOLGERUNG: Diese erstmalige Erhebung zeigte, dass in den teilnehmenden Pflegeheimen Defizite hinsichtlich der Erfassung und Behandlung von mangelernährten Bewohnern bzw. Risikobewohnern bestehen. Durch diese Daten bekommen Pflegeheime einen Einblick in die Thematik und die Methode der Prävalenzerhebung. Dadurch können Pflegeheime ihre Praxis reflektieren, und gegebenfalls modifizieren. Vor allem bleibt zu hoffen, dass zukünftig mehr Einrichtungen teilnehmen, um detaillierte Analysen und Längsschnittvergleiche durchführen zu können.

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