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Pflege 14. Juli 2009

Nationale Biologika-Register

Was andere Länder daraus lernen.

Wenn man die über 1.700 EULAR-Abstracts nur flüchtig nach deren Titel durchstreift, fällt auf, dass rund 15 bis 20 Prozent der präsentierten Daten sich aus Ergebnissen oder Interpretationen von sogenannten Biologika-Registern ableiten.

Über zehn europäische Staaten haben inzwischen eigene Biologika-Register aufgebaut, die Informationen über Ergebnisse dieser modernen Therapieform über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren liefern. Diese Biologika-Register sind individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Länder aufgebaut.

Internationale unterschiedliche Datenverwaltungen

RABBIT (Deutschland) wurde 2001 etabliert und umfasst Patienten über eine Beobachtungsdauer zwischen fünf und zehn Jahren. Es sind hier inzwischen die Daten von über 6.000 Patienten erfasst worden. Aufgrund der umfangreichen gesammelten Daten aus ganz Deutschland, die sowohl Kliniken als auch niedergelassene Fachärzte umfassen, ist es heute bereits möglich, hervorragende Schlüsse für Therapieempfehlungen und Studien zu ziehen.

Ein anderes derartiges interessantes Register ist das tschechische ATTRA. Es besteht seit 2002, die Daten von Patienten mit rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans und Psoriasis arthritis werden erfasst.

Sehr interessant ist auch das schwedische ARTIS-Register, in dem alle Patienten erfasst werden, bei denen eine Biologika-Therapie begonnen wurde.

Ebenso sei auf das französische RATIO-Register hingewiesen, welches seit Februar 2004 besteht und hervorragende Daten bezüglich Risikofaktoren, opportunistische Infektionen, einschließlich Tuberkulose- und Lymphom-Häufigkeit bietet. Auch der Vergleich verschiedener Biologika erbrachte interessante Ergebnisse bezüglich Tuberkulose.

Erwähnenswert ist auch das Biologika-Register der Britischen Society of Rheumatology (BSRBR), bei dem sehr aufschlussreiche Ergebnisse bezüglich des Rückgangs der Invalidität und der Zunahme der Arbeitsfähigkeit bei Patienten unter Biologikabehandlung dokumentiert werden konnten.

Das dänische DANBIO-Register zeigte, dass auch bei Patienten mit geringerer „Baseline-diseases activity“ hervorragende Ergebnisse erzielt werden konnten.

Alle diese Register sind eine Veranlassung für jede nationale Gesellschaft, hier umgehend international zu kooperieren. Ein nationales Register aufzubauen, wäre ein dringendes Bedürfnis in Österreich. Dazu können sicher auch die Gesundheitsbehörden und die forschende Industrie mit ins Boot genommen werden. Es ist auch für unsere Gesellschaft höchste Zeit, ein solches Register im Konsens zu schaffen, auf die sicherlich bereits bestehenden einzelnen Dokumentationen zurückzugreifen und diese in ein solches Register einfließen zu lassen. Im Interesse der Therapiesicherheit der Patientinnen und Patienten sowie des Kostenbewusstseins muss dies ein vorrangiges Ziel sein.

Univ.-Doz. Dr. Attila Dunky, Wien, rheuma plus 2/2009

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