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1. Mai 2006

Aktive Surveillance kindlicher Rotavirus Gastroenteritis in Österreich, 1997 bis 2003

HINTERGRUND: Rotaviren stellen die weltweit häufigste Ursache schwerer dehydrierender Diarrhoe im Säuglings- und Kleinkindesalter dar. Ziel dieser Studie war es, Daten über Rotavirus-assoziierte Hospitalisierungen von Kindern in Österreich zu erhalten als Basis für eine mögliche zukünftige Impfindikation. METHODEN: Die gegenständlichen Daten wurden mittels aktiver Rotavirus Sentinel Spitalssurveillance über den Zeitraum 1997 bis 2003 gewonnen. RESULTATE: Insgesamt waren während des siebenjährigen Beobachtungszeitraums 25,600 Kinder < 15 Jahren mit der Diagnose akuter Rotavirus Gastroenteritis hospitalisiert, wobei die Jahresverteilung Inzidenzgipfel in den Monaten Februar bis März zeigt. Fünf Prozent der Fälle zeigten erste Durchfallsymptome frühestens 48 Stunden nach Aufnahme, hinweisend auf einen nosokomialen Infektionsursprung. Die gemittelte jährliche Hospitalisierungsinzidenz für die Altersklasse < 5 Jahre und < 2 Jahre waren respektive 766 und 1742 pro 100,000 Kinder, das heißt 1 von 60 österreichischen Kindern < 2 Jahren bedurfte einer Hospitalisierung. Im Durchschnitt lag der Erkrankungsgipfel zwischen dem 8. und 14. Lebensmonat, 68 % der gemeldeten Fälle waren jünger oder gleich 2 Jahre. Die durchschnittliche Hospitalisierungsdauer pro Kind lag bei 4,7 Tage, entsprechend 17,200 Rotavirusassoziierte Spitalstagen pro Jahr. SCHLUSSFOLGERUNG: Die nationale Hospitalisierungsinzidenz liegt höher als in einigen anderen Industriestaaten. Die hier erhobenen Daten belegen eine beachtliche Anzahl Rotavirus-assoziierter Spitalstage pro Jahr, implizierend einen substantiellen direkten Kostenaufwand.

Pamela Rendi-Wagner, Michael Kundi, Andrea Mikolasek, Ingomar Mutz, Karl Zwiauer, Ursula Wiedermann, Andreas Vécsei, Herwig Kollaritsch, Wiener klinische Wochenschrift

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