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1. Mai 2006

Einfluss von kombinierter Heilstollen-Behandlung auf die Serumkonzentration von TGF-β1 in Patienten

ZIEL: Um einen objektiven Indikator für das biologische Ansprechen von Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS, M. Bechterew) auf die Heilstollen-Behandlung in Badgastein zu finden, wurde die Rolle des anti-inflammatorischen Zytokins TGF-β1 (Transforming Growth Factor β 1) untersucht. METHODIK: 83 Patienten mit AS wurden 3–4 Wochen lang einer Therapie bestehend aus Hyperthermie, Exposition mit niedrigen Radon-Dosen und gymnastischen Übungen unterzogen. Das Ansprechen auf die Behandlung wurde durch das Ausmaß der Schmerzreduktion ermittelt. Als Kontrollen wurden 10 AS-Patienten, die eine konventionelle Therapie ohne Heilstollen-Exposition erhielten und 10 Patienten mit Rückenschmerzen ohne entzündliches Substrat (low back pain, LBP) in die Untersuchungen eingeschlossen. Vor und nach der Therapie wurden mittels Immunassays die Serumkonzentrationen von TGF-β1 bestimmt. RESULTATE: Nach Therapie wurde im Serum der ASPatienten ein signifikanter Anstieg von TGF-β1 (total und aktiviert) festgestellt. Die mittlere Konzentration des totalen TGF-β1 stieg von 28715 pg/ml auf 43136 pg/ml (p < 0,01) und die des aktivierten TGF-β1 von 77 auf 1096 pg/ml (p < 0.001). Bei Unterteilung der AS-Patienten hinsichtlich des Ausmaßes der Schmerzreduktion in zwei Gruppen, zeigte die Gruppe 1 (Schmerzreduktion: n = 46) einen 17-fachen Anstieg der Konzentration von aktiviertem TGF-β1 (96 bis 1654 pg/ml, p < 0.0001), während die Gruppe 2 (keine Schmerzreduktion: n = 37) nur einen 7-fachen Anstieg (53 bis 402 pg/ml, p < 0.01) aufwies. Bei LBP-Patienten wurde nur ein geringfügiger Anstieg des aktivierten TGF-β1 von 31 auf 42 pg/ml (p < 0.01) registriert und bei AS-Patienten, die lediglich einer konventionellen Therapie unterzogen wurden, fand sich keine signifikante Änderung der TGF-β1 Werte. SCHLUSSFOLGERUNG: Nach Heilstollen-Therapie in Badgastein fand sich im Blut von Patienten mit ankylosierender Spondylitis ein signifikanter Anstieg des zirkulierenden TGF-β1. Das Zytokin könnte auf Grund seiner antiinflammatorischen Eigenschaften auf den Heilungsprozess einwirken und somit zu einer Besserung der Schmerzen und der Mobilität der Patienten beitragen.

Medhat Shehata, Josef D. Schwarzmeier, Martin Hilgarth, Dita Demirtas, Dorothea Richter, Rainer Hubmann, Petra Boeck, Guenther Leiner, Albrecht Falkenbach, Wiener klinische Wochenschrift

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