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4. Mai 2006

Akuter Bandscheibenvorfall: Operation nur bei 5 bis 10 Prozent

Mit einer angemessenen Schmerzbehandlung und der individuellen Kombination anderer Therapieformen kann auch Rückfällen wirksam vorgebeugt werden.

Die mitunter extrem schmerzhaften Bandscheibenvorfälle haben heute viel von ihrem Schrecken verloren. Im Unterschied zu den unspezifischen Kreuzschmerzen stellt der Bandscheibenvorfall mit ein bis drei Prozent eine seltene, allerdings schwere Erkrankung der Wirbelsäule dar. „Dennoch haben diese Patienten eine gute Prognose, wenn sie rechtzeitig angemessen behandelt werden“, berichtete Doz. Dr. Martin Friedrich, Leiter der Abt. für Orthopädische Schmerztherapie, Orthopädisches Spital Wien-Speising, beim 11. Internationalen Wiener Schmerzsymposium. Bei der Therapie der akuten Beschwerden kommen – bis auf seltene Ausnahmen – nicht chirur-gische Maßnahmen zum Einsatz. Nur in etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle ist letztlich eine Operation erforderlich.

Therapie akuter Beschwerden

„Die Pharmakotherapie erfolgt mit Medikamenten, die schmerzlindernd, entzündungshemmend-abschwellend und muskelentspannend wirken“, so Friedrich. „Sie werden oral oder als Infusion verabreicht oder mit speziellen Techniken so injiziert, dass sie direkt an der irritierten Nervenwurzel wirken.“ Den Muskelschwächen sei mit Übungen und Muskel-stimulierender Elektrotherapie zu begegnen. „Nach Abklingen der akuten Symptomatik muss man sich jenen Faktoren widmen, die den Entstehungsprozess des Bandscheibenvorfalls begünstigt haben“, erklärte der Schmerzexperte. Zum Einsatz kommen dabei Verhaltens-, Manual- und Physiotherapie, Instruktionen zu ergonomischem Verhalten im Alltag sowie insgesamt zur Lebensstil-modifikation. Friedrich: „Nur so können die nicht seltenen Rückfälle von Bandscheibenvorfällen im gleichen oder in benachbarten Wirbelsäulensegmenten im Sinne der Sekundärprävention verhindert werden.“

Quelle: B&K Medien- und Kommunikationsberatung GmbH

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