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23. Jänner 2006

Freude am Sport trotz Gelenksproblemen

Die sportmedizinische Betreuung umspannt ein weites Spektrum: von der Prophylaxe über Schmerzbekämpfung bis zur Endoprothese

In der sportmedizinischen Behandlung ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg von PatientInnen mit Gonarthrose zu verzeichnen. Sowohl Profi- wie auch Hobbyportler möchten in ihrem Betätigungsfeld aber möglichst lange aktiv bleiben. Als Folgen arthrotischer Prozesse treten unter anderem Bewegungseinschränkung, Achsenabweichung, muskuläre Hypotrophie, Schmerzen und Fehlbelastung des übrigen Bewegungsapparates auf. "Daraus lassen sich die jeweiligen Behandlungsziele klar ableiten: Belastbarkeit, Bewegungsfreiheit, Achsenkorrektur, Stabilität, Schmerzfreiheit und muskuläre Trophik", erklärte Prof. Dr. Thomas Klestil, Universitätsklinik für Unfallchirurgie Innsbruck, bei der Sportärztewoche in Kaprun Anfang Dezember. Zum Tätigkeitsfeld der sportmedizinischen Betreuung zählt Klestil die drei Bereiche Prophylaxe, konservative und operative Therapie. Unter Prophylaxe fallen neben Aufklärung, muskulärem Aufbautraining sowie einem etwaigen Wechsel der Sportart auch die Sicherstellung einer entsprechend angepassten und geeigneten Ausrüstung. "Zur konservativen Therapie der Gonarthrose stehen neben der Adaptierung des Lebensstils, Physiotherapie und Infiltrationen auch die Verabreichung von Hyaluronsäure sowie Antiphlogistika und die Unterstützung mittels Orthesen zur Verfügung", resümierte Klestil. 

Operative Therapieoptionen

Die zahlreichen operativen Therapieoptionen beinhalten unterschiedliche arthroskopische Techniken, Bandrekonstruktionen zur Vermeidung weiterer Schäden von Knorpelflächen und Menisci und die Achsenoptimierung mittels Osteotomien. Je nach Arthroseausmaß, Verteilung innerhalb der verschiedenen Gelenksabschnitte sowie dem Patientenalter stellt die endoprothetische Versorgung ein Alternativverfahren dar. "Die postoperative Sportfähigkeit nach arthroskopischen Eingriffen ist in Abhängigkeit des zugrundeliegenden Schadens, des operativen Aufwandes sowie insbesondere des subjektiven Schmerzempfindens limitiert", so Klestil. Grundsätzlich könne jedoch eine unmittelbar postoperative vollbelastende Mobilisation angenommen werden. Bei bandrekonstruktiven Eingriffen ist mit einem Minimum von sechs Wochen bis zur Transplantateinheilung auszugehen; die volle Sportfähigkeit ist jedoch ferner durch die muskuläre Trophik beeinflusst. Der Aufklärung des Patienten hinsichtlich der Ruptur des Transplantates aufgrund mangelnder Durchblutung kommt ein erhöhter Stellenwert zu.

Sport nach Knorpeltransplantation

Nach Knorpeltransplantation ist die Sportfähigkeit noch strikter zu limitieren: Hier muss mit einer Entlastung für sechs Wochen und einer Rückkehr in den Sport nach frühestens drei Monaten gerechnet werden. Nach endoprothetischen Eingriffen kann prinzipiell eine ausreichende Stabilität zementfreier Implantate nach etwa acht Wochen erwartet werden. Die hohe Primärstabilität zementierter Implantate erlaubt im Vergleich dazu dennoch keine frühzeitigere sportliche Aktivität, da die Weichteilsituation den limitierenden Faktor darstellt. "Langfristig kommt auch hier einer ausreichend sorgfältigen Aufklärung große Bedeutung zu", so Klestil.  Gerade in dieser Patientengruppe sei ein entsprechend sorgsamer Umgang mit dem endoprothetisch versorgten Kniegelenk unerlässlich. Wintersportarten, die einen "fließenden/gleitenden" Bewegungsablauf beinhalten, seien jenen mit axial-stoßförmig einwirkenden Kraftspitzen vorzuziehen. "Unabhängig von der Art der durchgeführten Therapie sollte der Erhalt der Beweglichkeit und die Möglichkeit zur schmerzfreien Ausübung des vom Patienten bevorzugten Sportes im Vordergrund stehen", so Klestil. Schmerzlinderung und die Unterdrückung von Entzündungen zählen im Profisport zu den häufigsten Aufgaben der sportärztlichen Betreuung. "Durch den frühzeitigen Einsatz von Antirheumatika können Trainingspausen vermieden beziehungsweise das Regenerationstraining möglichst bald nach einer Verletzung wieder aufgenommen werden", sagt Dr. Peter Panzenböck, Unfallchirurg und ärztlicher Betreuer von Sturm Graz. Bei Zerrungen, Hämatomen, Kontusionen und Distorsionen an der unteren Extremität bevorzugt er die lokale Applikation mit dem Diclofenac-Pflaster Flector® EP. Die topische Darreichungsform habe sich in den vergangenen zwei Jahren als wirkungsvoll und vorteilhaft für Sportler erweisen, weil die systemische Wirkung wegfalle. Das Anlegen von Salbenverbänden als Alternative sei wiederum aufwendiger."Eine kurzfristige Schmerzlinderung ist vor allem bei Auswärtsspielen oft schon bei der Rückfahrt notwendig", so der Unfallchirurg. Dadurch könne, abhängig vom Schweregrad der Verletzung, meist schon wieder am nächsten Tag trainiert werden."Nicht nur Profisportler neigen dazu, Schmerzen mit Antirheumatika zu bekämpfen", so Panzenböck. Bei Schmerzen nach Sport- und Unfallverletzungen, bei Schwellungen und Entzündungen gelenknaher Weichteile, Überbeanspruchung und -belastung der Gelenke, Muskeln oder Sehnen sei jedenfalls die frühzeitige äußerliche symptomatische oder unterstützende Behandlung, zum Beispiel mit Flector® EP, empfehlenswert.

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