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23. Jänner 2006

Erstmaßnahmen bei Sportverletzungen

Schmerz und Schwellung möglichst sofort minimieren

Prof. Dr. Rudolf Schabus:"Prinzipiell soll jede Verletzung als ernst bewertet werden. Sie muss exakt diagnostiziert und individuell behandelt werden."

Breitensport führt neben den gewünschten positiven auch zu vielen nachteiligen Effekten als Konsequenz der Sportausübung. Überlastungserscheinungen erfordern häufig sofortige lokale Behandlungsmaßnahmen. Ebenso ist die postoperative Schmerzbehandlung nach Verletzungen eine Grundbehandlungsform in der Rehabilitation. In diesem Anwendungsbereich kommt auch die Wirkung des Flector® EP Pflasters zu tragen. Blickpunkt Rheuma sprach darüber mit dem Sportmediziner und Unfallchirurgen Prof. Dr. Rudolf Schabus.

Was halten Sie als Sportmediziner für die wesentlichen Vorteile/Nachteile des Breitensports, worin sehen Sie die häufigsten Sportverletzungen begründet?

Schabus: Die Vorteile sind die Erhaltung und Verbesserung der persönlichen Leistungsfähigkeit und des körperlichen wie psychischen Wohlbefindens durch aktive Teilnahme am Breitensport, sodass er insgesamt als ein sehr wesentlicher Beitrag zur Volksgesundheit angesehen werden kann. Es finden sich wissenschaftliche Beweise des Anti-aging-Effekts.Nachteile resultieren dann nicht, wenn der Sportler seine Belastbarkeit richtig einschätzt, durch seriöses Training seinen Körper fit hält und sich in seiner Sportart nicht überfordert.

Wie ließen sich ein Großteil der Sportverletzungen vermeiden und wie hat sich das Verletzungsmuster in den letzten Jahren verändert?

Schabus: Ein Großteil der Sportverletzungen sind so genannte Bagatellverletzungen, die den Betroffenen vorrangig anzeigen sollten, dass der Körper auf grenzwertige Belastungen sofort reagiert. Hingegen sind schwerere Verletzungen während der Sportausübung meist mit Risiken verknüpft, die im vornhinein bewusst sind und auch erzwungen werden. Manche Risikosportler versuchen, dem Aspekt besonderer Sportlichkeit dadurch gerecht zu werden, indem sie dem Leitsatz "no risk, no fun" folgen. Die schwereren Verletzungen im Breitensport sind meist durch Ermüdung, Fehleinschätzung von Kraftreserven, fehlendes Training und verringerte Konzentration verursacht. Schwerste Verletzungen sind aber auch bei technischen Gebrechen von Sportgeräten und uneinschätzbaren Umwelteinflüssen zu erwarten.

Ab wann ist eine Sportverletzung als ernst anzusehen, wann bedarf sie unbedingt einer Behandlung?

Schabus: Prinzipiell soll jede Verletzung als ernst bewertet werden. Sie muss exakt diagnostiziert und individuell behandelt werden. Für die akute Lokaltherapie als Erste Hilfe-Maßnahme bei Sportverletzungen des Bewegungsapparates gibt es einfache und klare Richtlinien. Diese sofortige Lokaltherapie stellt im Rahmen einer akuten Sportverletzung eine wirksame Behandlungsmaßnahme dar, um einerseits Schmerz und Schwellung zu minimieren und andererseits - falls möglich - die Sportfähigkeit zu erhalten. Als erstes muss - je nach Verletzungsart - eine effiziente Schmerztherapie eingeleitet werden: Gecrashtes Eis, Kompression und kurzfristige Immobilisation der verletzten Extremität sind die ersten und effektivsten Maßnahmen. Zusätzlich bewährt haben sich lokal wirksame, entzündungshemmende Verbände. Fehlt der Schmerz als Warnsymptom, so muss der Arzt die Verletzung diagnostizieren und daraus die Konsequenzen für eine Sportfähigkeit oder Beendigung der Belastung verantworten. Die gestörte Funktionalität der Belastbarkeit ergibt sich meist aus den Veränderungen der anatomischen Integrität des Bewegungsapparates, die durch eine Gewebszerstörung entstehen. Hier ist es besonders wichtig, das Ausmaß der Gewebszerstörung zu erkennen und die Hämatombildung mit physikalischen Mitteln so gering wie möglich zu halten.

In welchen Bereichen hat sich Ihrer Erfahrung nach die Anwendung des Diclofenac-Epolamin-Pflasters am meisten bewährt?

Schabus: Die Anwendung des lokal wirkenden Diclofenac-Epolamin-Pflasters ist in jedem Extremitäten- und Stammabschnitt des Körpers möglich. Die Applikation soll eventuell zugeschnitten und mit einer Binde zusätzlich fixiert werden, wodurch eine leichte Kompression und eventuell eine lokale Immobilisation erzielt werden kann.

Kann das Flector®EP Pflaster als Monotherapie eingesetzt werden?

Schabus: Das Diclofenac-Epolamin-Pflaster kann natürlich auch als Monotherapie eingesetzt werden. Ich empfehle aber auch zusätzlich die zuvor angeführten physikalischen Maßnahmen, um eine rasche sportliche Wiederbelastbarkeit zu erreichen.

Wann und wie entfaltet sich die Wirkung des Pflasters am besten?

Schabus: Aus der klinischen Erfahrung wirkt die Applikation sofort. Der kühlende Effekt des Pflasters lokal über der Verletzungsstelle ist auch der erste subjektiv positive Eindruck des Patienten. Von Seiten der Pharmakokinetik kommt es rasch zu einem Anstieg des entzündungswirksamen und schmerzstillenden Präparates im traumatisierten Gewebe.

Kann das Pflaster nach einem operativen Eingriff angewandt werden?

Schabus: Voraussetzung für die Applikation ist die bereits geschlossene, verheilte Operationswunde nach der Nahtentfernung. Bei operativen Eingriffen im Sehnen-, Muskel- oder Gelenksbereichen wird postoperativ ein orales Pharmakon verabreicht, das nach Abheilung der Hautwunden durch ein Diclofenac-Epolamin-Pflaster ersetzt wird, um ausreichend entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung zu erreichen.

Kann das Pflaster auch bei Kindern und Jugendlichen bedenkenlos angewandt werden?

Schabus: Aus meiner klinischen Erfahrung ist es auch bei Kindern die bessere Darreichungsform eines Medikamentes, das lokal ohne Nebeneffekte im systemischen Bereich wirkt. Die angenehm kühlende Wirkung und eine zusätzliche Fixationsbandage sind in den meisten Fällen bereits die Maximaltherapie, um das sportverletzte Kind vertrauensvoll und effektiv zu behandeln.

Wie beurteilen Sie die Handhabung von Flector® EP im Vergleich zu anderen topischen Darreichungsformen?

Schabus: Die Vorteile der Flector® EP-Anwendung sind der länger anhaltende kühlende Effekt und die angenehm fühlbare Pflasterstruktur. Darüber hinaus kann als Vorteil der Applikation des Pflasters angesehen werden, dass auf die etwas umständlichere Anwendung von Salben verzichtet werden kann.

Kontakt: Prof. Dr. Rudolf Schabus, Unfallchirurg & Sporttraumatologe, www.sport-trauma.at

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