zur Navigation zum Inhalt
 
23. Jänner 2006

So funktionieren arthrotische Kniegelenke wieder besser

Hyaluronsäure erhöht die Fließeigenschaften der Synovialflüssigkeit.

Gonarthrosen können zu einer beträchtlichen Einschränkung der Mobilität von Patienten führen. Meist wird versucht, die Funktionsfähigkeit des Gelenkes zu erhalten, indem Schmerz und Entzündung mit Kortikosteroiden vermindert beziehungsweise Analgetika und/oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) als Langzeittherapie verordnet werden. Intraartikuläre Injektionen von Hyaluronsäure werden zurzeit als ergänzende oder alternative Therapie eingesetzt, um die rheologischen Eigenschaften der Synovialflüssigkeit und dadurch die Gelenksfunktion zu verbessern.

Doppelblind-Studie von Petrella

Beim 7. Weltkongress der OsteoArthritis Research-Society im September 2002 in Sydney Australien präsentierte Dr. Robert J. Petrella von der University of Western Ontario, London, Kanada, eine randomisierte Doppelblind-Studie, welche die Verbesserung der Funktionsfähigkeit durch drei- beziehungsweise sechs intraartikuläre Hyaluronsäure-Injektionen untersuchte. Bei jedem Patienten wurden zu Beginn und eine Woche nach jeder Injektion von Hyaluronsäure (Suprasyn 2ml) die Zeiten beim Stufen-Test und Gehen mit selbst gewählter Geschwindigkeit sowie die dabei verspürten Schmerzen (Selbstbeurteilung nach der VAS-Skala) untersucht. In beiden Patientengruppen (sechs Injektionen: n=52; drei Injektionen: n=50) gab es nach drei Injektionen eine statistisch signifikante Verbesserung bezüglich des Gehens. Patienten mit sechs Injektionen profitierten aber noch mehr: deutliche Verbesserungen gegenüber dem mit drei Injektionen erreichten Zustand traten beim Stufensteigen (nach der fünften) und Gehen (nach der sechsten Injektion) auf. Auch der Belastungsschmerz besserte sich bei diesen Patienten sowohl beim Gehen als auch beim Stufensteigen signifikant bereits ab der vierten Injektion mit einer weiteren Steigerung bis zur sechsten Injektion. Hyaluronsäure verbessert die Funktion und Belastbarkeit osteoarthrotischer Gelenke, indem sie die Fließeigenschaften der Synovialflüssigkeit erhöht. Der daraus resultiertende verbesserte Gebrauch der Gelenke scheint die Schmerzen und damit die Morbidität zu reduzieren. Die Schmerzverminderung dürfte, so Petrella, ein ungeeignetes primäres Messinstrument für die Effizienz einer Hyaluronsäure-Therapie sein.

Auch in kleinen Gelenken wirksam

Hyaluronsäure: Therapie gegen klinisch signifikante Bewegungseinschränkung der Großzehe

Die Effizienz von intraartikulärer Hyaluronsäure-Therapie bei großen Gelenken ist seit Jahren durch zahlreiche Studien bewiesen. Nun hat die Gruppe um Petrella nachgewiesen, dass auch kleine Gelenke von einer Hyaluronsäure-Therapie profitieren. Die Arthrose des Großzehengrundgelenkes ist ein bei älteren Golfern verbreitetes progredientes Leiden, das zu Schmerzen und einer Minderung der Beweglichkeit führen kann. In die Studie von Dr. Robert J. Petrella und Mitarbeiter von der University of Western Ontario, London, Kanada, wurden 15 männliche Patienten (Durchschnittsalter 73 Jahre; BMI: 27,2) aufgenommen, die durch Schmerzen und Bewegungseinschränkung im ersten Metatarsophalangeal(MTP)-Gelenk an der Teilnahme am regelmäßigen Golfen gehindert wurden. Alle Patienten hatten in einer Großzehe eine klinisch signifikante Bewegungseinschränkung und Ruheschmerzen, die bei der üblichen Fortbewegung am Golfplatz zunahmen. Alle Patienten hatten einen Hallux rigidus Klasse 1-3 (Regnaud-Klassifikation) und nahmen NSAR bereits vor Beginn, aber auch während der Studie ein. Sonst war keine Therapie erlaubt. Beurteilt wurden Ruheschmerz (VAS-Skala), Aktivitätslevel, Bewegungsumfang des MTP-Gelenkes und Schmerz nach Zehengang über zehn Meter, zu Beginn und nach vier Monaten. Während acht Wochen wurde pro Woche eine Injektion Hyaluronsäure (20mg/ml, 0,5ml) intraartikulär verabreicht. Nach vier Monaten war bei allen Arthrose-Schweregraden eine signifikante Verbesserung hinsichtlich Ruheschmerz, Belastungsschmerz beim Zehengang, Beweglichkeit und Patientenzufriedenheit festzustellen.

Schlussfolgerung der Autoren: Intraartikuläre Injektionen mit Hyaluronsäure verbesserten Schmerzen und Funktion bis zu vier Monate lang und scheinen eine sehr wirkungsvolle Therapie der Golferzehe zu sein.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben