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23. Jänner 2006

Bewegung ist gut - Belastung ist schlecht

Empfehlungen für vernünftig betriebenen Laufsport
Vernünftig betriebener Laufsport wird sowohl für Prophylaxe als auch Therapie von Gelenksarthrosen empfohlen.

Regelmäßige Bewegung hat eine wesentliche Bedeutung für die Verbesserung der Muskel- und Gelenksfunktion. Vernünftig betriebener Laufsport auf geeignetem Untergrund zählt neben Radfahren, Schwimmen (vor allem Kraul- und Rückenschwimmen) und Wandern (Walking) zu jenen Sportarten, die sowohl für die Prophylaxe als auch die Therapie von Gelenksarthrosen empfehlenswert sind. Es müssen aber auch beim Laufen einige wichtige Punkte berücksichtigt werden, damit Bewegung nicht zur Belastung wird. Der Vienna-City-Marathon im Mai bietet - wie schon in den vergangenen Jahren - auch diesmal vielen Hobbyläufern Gelegenheit, ihr Leistungsvermögen zu testen. Was man selbst beitragen kann, damit dieser Leistungstest nicht direkt zum Arzt führt, dazu befragte Rheumaplus Susanne Pumper, österreichische Meisterin über 3.000, 5.000 und 10.000 Meter.

Gibt es Faktoren, die man beim Laufen beachten sollte, um den Stütz- und Bewegungsapparat nicht zu belasten?

PUMPER: Besonders wichtig sind die Wahl des richtigen Schuhwerks mit ausreichender Stützfunktion und guter Dämpfungseigenschaft, ein dosierter Trainingsaufbau mit langsamem Beginn und vorsichtiger Steigerung der Belastung sowie die Pulskontrolle.

Wie sollte man das Lauftraining gestalten?

PUMPER: Man muss darauf achten, sich vor dem Laufen ordentlich aufzuwärmen und nach dem Laufen die Muskeln richtig zu dehnen. Hat man zum Beispiel eine Stunde zur Verfügung, sollte man etwa 50 Minuten laufen und zehn Minuten stretchen, sonst kommt es unweigerlich zu Muskelverletzungen. Zusätzlich zum Laufprogramm muss unbedingt auch ein Übungsprogramm zur Kräftigung der Muskulatur des übrigen Körpers, insbesondere im Bereich von Bauch und Rücken, aber auch des Schultergürtels gemacht werden. Sonst entwickelt sich ein muskuläres Ungleichgewicht. Diese muskulären Dysbalancen können zu entsprechenden Muskelbeschwerden führen, aber auch die Gelenksbelastung und eventuelle Arthrosen verstärken.

Wie lange muss man sich auf einen Marathonlauf vorbereiten?

PUMPER: Als Faustregel werden immer zehn Wochen genannt. Ich bin aber davon überzeugt, dass es sowohl für das Herzkreislaufsystem als auch das Stütz- und Bindegewebe wichtig ist, konsequent während des ganzen Jahres zu laufen. Das gilt für den Hobbyläufer genauso wie für wettkampfmäßige Läufer. Früher habe ich jedes Jahr eine dreiwöchige Ruhepause eingelegt. Nach Wiederbeginn des Lauftrainings hat mich dann monatelang jeder Muskel und jede Faser meines Körpers geschmerzt, weil sich das Gewebe erst wieder an diese Leistung gewöhnen musste. Auch für den Hobbyläufer ist kontinuierliches Training wichtig.

Sind Sie selbst verletzungsanfällig?

PUMPER: Leider ja. Ich habe ein schlechtes Fußgewölbe, einen starken Senkfuß, der mir immer wieder Probleme macht. Bei einem Wochenlaufpensum von 200 Kilometern ist es kein Wunder, dass sich immer wieder Entzündungen im Fußgewölbe, Muskelfaserprobleme im Bereich von Oberschenkel oder Wade beziehungsweise eine Ischialgie bemerkbar machen. Auch Störungen des inneren Gleichgewichts, zum Beispiel eine Darmgrippe, erhöhen das Risiko für Muskelverletzungen.

Was machen Sie dagegen?

PUMPER: Vor allem diverse physikalische Therapien, zuletzt auch Akupunktur. Oder ich verwende eine lokale entzündungshemmende Substanz, zum Beispiel das Flector®EP-Pflaster.

Dr. Klaus Huber, rheuma plus 2/2003

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