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19. Jänner 2006

Schwierige Schritte zur ausgereiften Verdauung

Oft lassen sich bei unruhigen Säuglingen oder „Schreibabys“ Ursachen in der Ernährung finden. Schließlich sind die kindlichen Verdauungsmechanismen noch nicht aus- gereift und daher durch bestimmte Nahrungsmittel überfordert. Gerade für darm- sensible Säuglinge, die nicht gestillt werden können, kann daher eine angepasste Ernährung, wie das in Apotheken erhältliche Novalac® (Vertrieb Sanova), hilfreich sein.

„Mit der Durchtrennung der Nabelschnur wird die fundamentalste Umstellung der Ernährung vollzogen, die ein gesunder Mensch während seines Lebens erfährt“, erklärte Dr. Claudia Laupert-Deick, Diplom-Ökotrophologin, Bonn, anlässlich eines Sanova-Satellitensymposiums, im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Mitte September, in St. Pölten. „Während der Fetus über die Plazenta ‚parenteral’, durch einen kontinuierlichen Zustrom an niedermolekularen Nährstoffen, versorgt wurde, enthält das Neugeborene abrupt über die Milchnahrung enteral und intermittierend makromolekulare Nährstoffe, die nur über aktives Saugen aufzunehmen sind.“ So müssen vom Kind rasch gewisse motorische Fähigkeiten geübt und erlernt werden: Saugen, schlucken und gleichzeitiges Atmen stellen für die Säuglinge einen komplizierten Bewegungsablauf dar, der ein koordiniertes Zusammenspiel von motorischen und sensiblen Nerven erfordert. Zudem müssen auch verschiedene verdauungsphysiologische Voraussetzungen erfüllt sein. Laupert-Deick: „Während der Fetalphase sollten sich diese Funktionen so weit entwickelt haben, dass das Neugeborene sein Angebot an makromolekularen Nährstoffen spalten und anschließend resorbieren kann. Der Stoffwechsel der Nährstoffe sowie die Ausscheidung der Endprodukte müssen zuerst einmal in Gang gebracht werden.“ Die noch nicht ausgereiften Mechanismen können den Säuglingen mitunter Probleme bereiten: Zum Zeitpunkt der Geburt ist etwa die Aktivität der Speichelamylase noch gering. Auch jene der Pankreasamylase steigt erst nach dem sechsten Lebensmonat zur vollen Reife an. Die HCL-Sekretion des Säuglings entspricht erst mit 1,5 Jahren in etwa der eines Erwachsenen.

Eingeschränkte Proteinverdauung

Dies geht mit einem höheren pH-Wert einher und kann zu einer eingeschränkten Proteinverdauung führen. Die Magen-Lipase hat etwa im dritten Lebensmonat die Erwachsenenaktivität. Für Trypsin und Chymotrypsin konnte keine Einschränkung der Enzymfunktion beim Säugling festgestellt werden. Im Bürstensaum sind die Aktivitäten der Maltaseglucoamylase und der Saccharase-Isomaltase beim Neugeborenen voll aktiv. Die Laktaseaktivität erreicht hingegen erst zum Geburtstermin ihre volle Reife. Eine funktionelle Insuffizienz kann bis in den zweiten Lebensmonat andauern. In tieferen Darmabschnitten wird die Laktose von Darmbakterien aufgenommen und verstoffwechselt. Die hierbei gebildeten Darmgase können zu Symptomen wie Blähungen und Koliken führen. Neugeborene und junge Säuglinge können Oligosaccharide spalten, Stärke kann, als Polysaccharid, nur in vorgekochter Form verdaut werden. Im Falle einer Laktaseinsuffizienz reift die Laktase bei Ernährung mit Laktose-haltiger Nahrung nach. Zwar kann auch eine Kuhmilch-Eiweiß-Allergie zu schweren Koliken oder hartnäckiger Obstipation führen, findet sich jedoch im Kindesalter nur bei zwei Prozent der deutschen Bevölkerung, wie die Ernährungswissenschaftlerin erklärte.

„Fütterungs“-Gewohnheiten beachten

Nicht zuletzt sind „Fütterungs“-Gewohnheiten für diesbezügliche Probleme verantwortlich: „Eine waagrechte Fütterungsposition, das Auslassen des „Bäuerchens“ sowie sehr kleine Abstände zwischen den Mahlzeiten können bei darmsensiblen Säuglingen zu Beschwerden führen.“ Durch eine gewisse Regelmäßigkeit der Essenszeiten wären, so Laupert-Deick, viele Probleme vermeidbar. Beim Stillen sollte vor Brustwechsel eine Brust immer vollständig leer getrunken werden, da sich die Zusammensetzung der fließenden Milch im Verlauf des Stillvorganges verändert.

Nicht sinnvoll: Genereller Verzicht auf bestimmte Speisen

Dass die stillende Mutter generell auf bestimmte Speisen verzichten soll, ist, neuen Forschungsergebnissen zufolge, nicht der Fall. Viele Mütter hingegen machen die Erfahrung, dass das Kind nach dem Verzehr bestimmter Speisen verstärkt unter Blähungen leidet. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, dass die stillende Mutter diese Lebensmittel meidet. Laupert-Deick: „In der Regel sind die Ursachen für Blähungen nicht klar zuzuordnen, da sie häufig multifaktoriell sind, so dass eine gezielte Behandlung nicht möglich ist. Mittlerweile gibt es auf dem Markt Säuglingsnahrungen, die Linderung bringen.“ Novalac® (Vertrieb Sanova) bietet eine Produktpalette an, die auf die speziellen Bedürfnisse von darmsensiblen Säuglingen zurechtgeschnitten ist.

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