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9. Jänner 2006

Botulinumtoxin A lindert Schmerz bei Epicondylitis

Patienten mit Epicondylitis humeri radialis konnte mit Botulinumtoxin A geholfen werden. In einer Studie nahmen die Schmerzen stetig ab.

Beim Jahrestreffen der süddeutschen Orthopäden in Baden-Baden, im April, berichtete der Berliner Orthopäde Dr. Richard Placzek: „Leider gibt es bis jetzt keine evidenzbasierte Therapie für ein so alltägliches Krankheitsbild wie die chronische Epicondylitis.“ Viele Patienten hätten bereits ein breites Spektrum von konservativen und operativen Therapien hinter sich, ohne dass es zu einer wesentlichen Besserung kam. Placzek und seine Kollegen haben nun in eine Multicenterstudie 130 Patienten eingeschlossen, denen entweder einmalig 60 Einheiten eines Botulinumtoxin-A-Präparates oder ein Placebo (Kochsalzlösung) in die Hand- und Fingerextensoren injiziert worden war. Die Nachuntersuchungen erfolgten durch verblindete Untersucher. Obwohl ein erheblicher Placebo-Effekt zu beobachten war, ließen mit Botulinumtoxin die Schmerzen signifikant stärker nach als mit Placebo. Bei Patienten, die das Toxin erhielten, reduzierten sich die Beschwerden im Untersuchungszeitraum von 18 Wochen kontinuierlich. Gleichzeitig nahm die Kraft bei Extension im Handgelenk zu. Diese Extension ist bei Epicondylitis-Patienten meist eingeschränkt, da sie die Schmerzen verstärkt. Als einzige unerwünschte Wirkung registrierten die Ärzte eine Abnahme der Kraft im dritten Finger, der zwei Wochen nach der Injektion temporär leicht gelähmt war. Darauf müsse man die Patienten hinweisen, so Placzek. Die Arbeitsfähigkeit der Patienten war im Allgemeinen nicht beeinträchtigt, hieß es. Diese Resultate bestätigen die Ergebnisse einer Pilotstudie mit 16 Patienten, bei denen die Verbesserung über den kompletten Untersuchungszeitraum von 18 Monaten bestehen blieb.

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