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Innere Medizin 14. Dezember 2005

Sartane: Vorteile bei Hypertonie und Herzinsuffizienz

Die arterielle Hypertonie stellt den wichtigsten vaskulären Risikofaktor dar. Folgeschäden der unbehandelten Hypertonie umfassen unter anderem Linksventrikelhypertrophie, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Nierenfunktions- störungen. In den letzten Jahren konnte für die AT1-Rezeptorblocker in zahlreichen Studien neben einer effektiven Blutdrucksenkung auch eine deutliche Reduktion von koronaren und zerebrovaskulären Ereignissen belegt werden.

Im Vergleich zu anderen A-2-Antagonisten besitzt Candesartan eine besonders hohe Rezeptorphilie. Diese beruht auf einer ausgeprägten Selektivität für den AT1-Rezeptor-Subtyp, einer hohen Bindungsstärke und einer langen Verweildauer am AT1-Rezeptor. In Summe ergibt das für Candesartan die charakteristische „unsurmountable“ Bindung an den AT1-Rezeptor, die sich klinisch in einer klaren Dosis-Wirkungsbeziehung mit starker Blutdrucksenkung und einer verlässlichen Wirkung über 24 Stunden hinaus manifestiert.

Pharmakologische Vorteile für Candesartan

Eine rezente Metaanalyse von Elmfeldt et al. bestätigt, dass mit Candesartan eine deutlich stärkere Blutdrucksenkung zu erzielen ist als mit vergleichbaren Dosen von Losartan oder Valsartan (Abb. 1). In der Kombinationstherapie hat das ebenfalls einen entscheidenden therapeutischen Vorteil. Mit der Fixkombination Cande-sartan 16 mg und HCTZ 12,5 mg (Blopress 16 Plus®) ist eine optimale Blutdrucksenkung im Ausmaß bis zu -38 mmHg systolisch und -29 mmHg diastolisch bei einer Verträglichkeit auf Placeboniveau möglich (Bönner et al, 2004). Die Steigerung der HCTZ-Dosis auf 25 mg bringt nur geringfügige Zuwächse in der blutdrucksenkenden Wirkung, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit der metabolischen Nebenwirkungen.

Regression der LV-Hypertrophie durch AT1-Rezeptorblocker

Die linksventrikuläre Hypertrophie ist ein unabhängiger Risikofaktor für die kardiovaskuläre Mortalität einschließlich des plötzlichen Herztodes. Im Vergleich zu einer persistierenden oder neu entwickelten LV-Hypertrophie ist die Regression der LV-Hypertrophie durch eine antihypertensive The-rapie mit einer 59-prozentigen Reduktion des Risikos für ein nachfolgendes kardiovaskuläres Ereignis assoziiert. Die metaanalytische Auswertung von klinischen Stu-dien mit insgesamt 3.767 Patienten, die mit unterschiedlichen Antihypertensiva therapiert wurden, zeigte, dass mit AT1-Rezeptorblockern die linksventrikuläre Masse am effektivsten reduziert werden kann (Klingbeil et al, 2003). Die ausgezeichnete Studienlage führte dazu, dass in den Leitlinien der European Society of Hypertension und der European Society of Cardiology (ESH/ESC) der AT1-Rezeptorblocker als Mittel der Wahl bei Patienten mit LV-Hypertrophie empfohlen wird. Bestätigt werden diese Resultate durch die kürzlich publizierte VIPE-Studie, in der mit Candesartan 8 bis 16 mg eine Reduktion der linksventri-kulären Hypertrophie um minus elf Prozent innerhalb eines halben Jahres gezeigt werden konnte (Barrios et al, 2005).

Einsatzbereich für Candesartan durch CHARM erweitert

Der positive Einfluss von Candesartan auf die Progression der Herzinsuffizienz durch die Hemmung von neurohumoralen und neuroendokrinen Mechanismen im RAS konnte im CHARM-Studienprogramm mit 7.601 Patienten eindeutig bewiesen werden. Bei Patienten mit reduzierter „Left ventricular ejection fraction“, LVEF, (<40 Prozent) konnte in der Candesartan-Gruppe nach einem Jahr die Gesamtmortalität um 33 Prozent gesenkt werden (Abb. 2). Die Patienten profitierten in CHARM-Alternative (Candesartan alternativ zum ACE-Hemmer) wie auch in der CHARM-Added (Candesartan zu ACE-Hemmer und Betablocker) durch Reduktion des kardiovaskulären Todes. Nach 3,5 Jahren ergab sich eine angepasste Mortalitätsverringerung von -12 Prozent. Zusätzlich kam es zu einer signifikanten Verringerung von Spitalseinweisungen. Die Ergebnisse der CHARM-Studie mit Candesartan haben nicht nur zur Zulassung von Candesartan bei Herzinsuffizienz geführt, sondern haben auch die europäischen Guidelines zur Therapie der Herzinsuffizienz entscheidend geprägt. Die ESC empfehlen die Verwendung von AT1-Rezeptor-blockern bei Patienten
• mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit,
• zusätzlich zu ACE-Hemmern bei Patienten mit persistierender Symptomatik und
• bei Herzinsuffizienz nach einem Myokardinfarkt.

Fazit

Die Effizienz der AT1-Blocker im Rahmen des kardiovaskulären Krankheitsverlaufes konnte in den letzten Jahren durch zahlreiche klinische Studien nachhaltig dokumentiert werden. Candesartan (Blopress 16 Plus®) erweist sich in der Therapie der arteriellen Hypertonie als verlässlicher Partner mit einer starken blutdrucksenkenden Wirkung über 24 Stunden hinaus, wobei die Verträglichkeit auf Placebo-Niveau eine optimale Compliance des Patienten ermöglicht. Besonders Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie profitieren von einer Therapie mit einem AT1-Blocker. In der Behandlung der Herzinsuffizienz hat sich durch die CHARM-Studie der Einsatzbereich für Candesartan wesentlich erweitert.

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