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29. November 2005

Speed zahlt sich aus

Man könnte glauben, manchen ist alles „wurscht“. Als nun aufgedeckt wurde, dass der Hauptverband-Oberzampano Volker Schörghofer eine Zusatzgage bekommt, um nicht schlechter zu fahren als seine Co- Geschäftsführer, findet man dies ganz OK. Die Kritik, es fehle noch die Zustimmung des Ministeriums, rief bestenfalls die Gesundheitsministerin auf den Plan, um schnell zu versichern, es sei im Übrigen eine Angelegenheit des Sozialministeriums.
Einzig Hauptverbands-Präsident Erich Laminger (V) verteidigt die Doppelfunktion seines Verbandsmanagers, der gleichzeitig auch technischer Geschäftsführer der Chipkarten-Betriebsgesellschaft ist. Vom Hauptverband beläuft sich Schörghofers Gage auf „lediglich“ ca. 115.000 Euro. Im Vergleich zu seinen Co-Geschäftsführern immerhin ca. 50.000 Euro weniger. Das war offensichtlich nicht zumutbar. Es bot sich also geradezu an, diesen Fachmann als technischen Geschäftsführer der Chipkarten-Gesellschaft zu bestellen – und das für marktgünstige 40.000 Euro.
Sogar ein Personalberater wurde bemüht, um festzustellen, es liege in Anbetracht der Aufgabe und der Marktpreise keine Überbezahlung vor. Vor allem die „viele Führungsverantwortung als IT-Manager“ rechtfertige ein Monatssalär bis zu 11.600 Euro. Außerdem sei das von Pannen begleitete Projekt ein schwieriges Terrain, welches zusätzliche Trouble-shooting- Aufgaben erforderlich mache. Man sollte nicht so kleinlich sein: Nach einer Rechnungshofrüge wegen Kosten-überschreitungen von sieben Millionen Euro sollte man sich über solche Lappalien nicht aufregen. Da könnte – sollte – man sich auch darüber ärgern, dass die Österreichische Ärztekammer in ihrem kommenden Budgetansatz eine halbe Million Euro an Kosten aus der Peering-Point-Gesellschaft ihren Mitgliedern aufs Auge drückt. Die gleiche Summe wird wohl auch der Hauptverband aus Steuergeldern jener so „gewinnbringenden“ Gesellschaft zuschießen müssen. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Um den Peering-Point nutzen zu dürfen, darf man zusätzlich ca. 230 Euro pro Jahr berappen; zusätzlich zu den Providerkosten von fast 500 Euro.
Gegenüber der Öffentlichkeit werden die „Hofers“ (Kandelhofer und Schörghofer) nicht müde, laufend zu vermelden, dass man – mit Ausnahme von wenigen e-Card-verweigernden Ärzten – im Zeitplan ist, und das im Schnellzugtempo. Man muss das Sprichwort „Speed kills“ umschreiben: Speed zahlt sich (für manche) aus.

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