zur Navigation zum Inhalt
 
7. Oktober 2005

Handarbeit für Spezialisten

Beschwerden, die vom Bewegungsapparat ausgehen, werden schon seit 2.500 Jahren durch Hand-Arbeit gelindert.

„Erlanget Wissen über das Rückgrat, denn von diesem gehen viele Krankheiten aus“, notierte Hippokrates im 5. Jahrhundert vor Christus. Völker vom asiatischen bis zum amerikanischen Lebensraum wussten bestimmte Erkrankungen, die mit dem Bewegungssystem in Zusammenhang gebracht werden können, durch gezielte Handgriffe zu behandeln.
Im Mittelalter gab es die so genannten „Knochenbrecher“, am englischen Hof erfreuten sich „bone setters“ (Knochensetzer) besonderer Wertschätzung und begleiteten die Könige überall hin. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts begründete der Amerikaner Daniel Palmer die moderne Chiropraktik. Er erklärte die Entstehung von Krankheiten mit der so genannten Subluxationstheorie, wonach bereits geringgradige Wirbelverschiebungen zu veränderter Nervenleitfähigkeit und damit zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führen. Seine Methode, die in wenigen Handgriffen bestand, war jedoch lange Zeit umstritten.

Seriöses wissenschaftliches Fundament

Mit der Gründung ärztlicher Gesellschaften in der Mitte des vorigen Jahrhunderts erhielt die Manuelle Medizin ein seriöses wissenschaftliches Fundament in Europa. In Deutschland wurde sie von Karl Sell geprägt, der in Isny-Neutrauchburg wirkte und bereits 1953 Kurse veranstaltete, in denen er die effektivsten und risikoärmsten Techniken aus Chiropraxis und Osteopathie lehrte. Die von ihm propagierte so genannte sanfte Manipulation, der sich auch die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Manuelle Medizin (ÖAMM) in Graz verpflichtet sieht, basiert auf der Systematik der Griffe und vor allem auf einer subtilen Funktionsdiagnostik.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben