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20. Jänner 2006

Lokale NSAR-Therapie bei Gonarthrose

Diclofenac-Epolamin-Pflaster ist effizient und sicher

Die örtliche Anwendung von entzündungs- und schmerzhemmenden Substanzen bei Gonarthrose stellt eine sehr gute therapeutische Option dar. Topische NSAR können sowohl als Mono- wie auch als Begleittherapie Schmerzen lindern und die Funktion verbessern, ohne das Risiko der häufigen unerwünschten gastrointestinalen Nebenwirkungen bei systemischer NSAR-Therapie aufzuweisen. Allerdings sind nicht alle zur topischen Therapie angebotenen Substanzen auch tatsächlich wirksam.

Doppelblinde Studie

Als besonders effizient und sicher hat sich Diclofenac-Epolamin als Pflaster (Flector® EP) erwiesen, wie eine neue Studie der Abteilung für Rheumatologie und Physikalische Medizin der Universitätsklinik in Zürich bestätigt (P. Brühlmann, B. A. Michel: Clinical and Experimental Rheumatology 2003; 21; 193–198). 103 Patienten mit symptomatischer Gonarthrose erhielten in dieser doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie 14 Tage lang zweimal täglich ein Pflaster zur lokalen Applikation, das entweder 180 mg Diclofenac-Epolamin (DHEP) enthielt oder Placebo.
Zusätzlich wurden den Patienten Paracetamol-Tabletten (500mg) ausgehändigt, die sie ab dem Tag 4 bei Bedarf als einziges analgetisches Notfallmedikament nehmen durften. Kontrollen fanden an den Tagen 4, 7 und 14 statt. Es gab zwei primäre Kriterien für die Effizienz: den Lequesne-Index und den Spontanschmerz, der auf einer semiquantitativen numerischen Skala zwischen 0 (kein Schmerz) und 10 (schwerer Schmerz) gewertet wurde.
Als ein sekundärer Wirksamkeitsparameter diente die Gehzeit (in Sekunden für eine Strecke von 20 Meter), die zu Beginn und während aller Kontrollen gemessen wurde. Gewertet wurde weiters am Ende der 14-tägigen Therapie, wie Patienten beziehungsweise der Arzt die Effizienz der Therapie beurteilten (5-Punkte-Skala zwischen sehr gut und unwirksam), der Verbrauch an Paracetamol und die lokale und systemische Verträglichkeit der Therapie aus der Sicht von Patienten beziehungsweise Ärzten.

Deutlich weniger Schmerzen

Die Resultate der Studie bestätigen die ausgezeichnete Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des Diclofenac-Epolamin-Pflasters bei Gonarthrose. Die Schmerzen nahmen deutlich ab und die Funktion verbesserte sich. Der Lequesne-Index nahm während der 14-tägigen Therapie in beiden Gruppen ab, wobei aber die Verbesserung in der DHEP-Gruppe deutlich stärker war (32 Prozent mit DHEP am Tag 14 gegenüber 15 Prozent mit Placebo). In der DHEP-Gruppe war die Verbesserung gegenüber dem Ausgangsbefund bei allen Kontrollen statistisch signifikant, in der Placebo-Gruppe hingegen nur am Tag 14.
Auch der Spontanschmerz nahm bei den mit DHEP behandelten Patienten deutlich stärker und vor allem früher ab als bei den Patienten der Placebogruppe. Wie schon beim Lequesne-Index stellte sich auch beim Spontanschmerz bereits am Tag 4 in der DHEP-Gruppe eine deutlich stärkere Verbesserung ein als mit Placebo. Dies reflektiert die lokale Substanzaktivität als Folge der transdermalen Freisetzung des Medikaments. Pharmakodynamische Untersuchungen beweisen nämlich, dass die lokalen Konzentrationen der Substanz wesentlich mehr für den therapeutischen Effekt verantwortlich sind als die systemischen.

Vorteil: semi-okklusive Medikation

Im Gegensatz zu vielen anderen NSAR weist Diclofenac-Epolamin ein sehr gute transdermale Penetration und Absorption auf. Das DHEP-Pflaster (Flector®) hat den Vorteil einer semi-okklusiven Medikation, was die kontinuierliche Freisetzung einer Standard-Dosis von Diclofenac während mindestens zehn bis zwölf Stunden erlaubt. Da Patienten mit Osteoathrose trotz allem infolge ihrer verminderten körperlichen Funktion behindert bleiben, gab es in der Studie bei der Gehzeit keine signifikante Besserung. Wichtig ist, dass unerwünschte Wirkungen in Form von lokalen Hautreaktionen sehr selten und leicht waren. Die Studie bewies somit, dass DHEP-Pflaster eine effektive und sichere Therapiemöglichkeit bei symptomatischer Gonarthrose sind.

Dr. Klaus Huber, rheuma plus 1/2004

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