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20. Jänner 2006

Primäres MRT bei Rückenschmerzen bringt nicht viel

In einer amerikanischen Studie wurden 380 Patienten, deren primär behandelnde Ärzte Röntgenaufnahmen der LWS wegen Rückenschmerzen angeordnet hatten, zwei verschiedenen Regimes unterworfen: Die Patienten der Gruppe A erhielten eine konventionelle Röntgenaufnahme, Gruppe B ein MRT der LWS. Nach zwölf Monaten wurden die Beschwerden der Patienten abgefragt. Die Ergebnisse waren in beiden Gruppen nahezu identisch. Die Häufigkeit operativer Eingriffe an der LWS war in Gruppe B jedoch höher (zehn versus vier Patienten). Die Gesamtkosten des Regimes mit MRT war um etwa 15 Prozent höher als bei konventionellem Röntgen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei Rückenschmerzen trotz der Bevorzugung durch Arzt und Patient ein primär angefertigtes MRT keinen zusätzlichen Nutzen, jedoch höhere Kosten bringt. TP

 

Morsche Knochen schon bei Jugendlichen?

Handgelenksfrakturen bei jungen Menschen sind heute weitaus häufiger als noch vor 30 Jahren. Eine amerikanische Studie hat bei unter 35-jährigen Männern einen Anstieg um 32 Prozent und bei gleichaltrigen Frauen sogar um 56 Prozent festgestellt. Besonders stark zugenommen hat die Frakturrate bei Jungen und Mädchen während des pubertären Wachstumsschubs. Als mögliche Ursache wird eine höhere sportliche Aktivität der heutigen Jugendlichen diskutiert. Befürchtet wird aber auch, dass die veränderten Ernährungsgewohnheiten – weniger Milch, mehr Cola – dazu beitragen, dass die Jugendlichen zu wenig Knochen masse aufbauen. BS

 

Highheels schlagen nicht aufs (zarte) Knie

Entgegen früheren Annahmen erhöhen Highheels nicht das Risiko, eine Kniearthrose zu entwickeln. Das ergab eine britische Studie. Die Autoren befragten mehr als 100 Frauen über 50 Jahren, die alle zumindest zeitweise hochhackige Schuhe getragen hatten und von denen 29 an einer Gonarthrose litten. Das Arthroserisiko war aber erwartungsgemäß erhöht, wenn die Frauen übergewichtig waren, bereits Knieverletzungen hatten oder stark rauchten. Das Risiko einer Gonarthrose stieg um den Faktor 36, wenn der Bodymass-Index im Alter zwischen 36 und 40 Jahren über 25 lag. BS

 

Kohlblatt gegen Arthroseschmerz

Das British Medical Journal berichtet über den Fall einer 72-jährigen Patientin, die bei beidseitiger Gonarthrose zur Durchführung einer Knie-TEP (Totalendoprothese) stationär aufgenommen worden war. Nachdem das rechte Knie endoprothetisch versorgt war, stellte sich die Patientin im Rahmen der postoperativen Nachbehandlung ambulant wieder vor. Dabei fiel auf, dass sie um das noch nicht operierte Knie ein großes Kohlblatt gewickelt hatte. Auf Nachfrage erklärte die Patientin, dass sie nur auf diese Weise ihre Arthroseschmerzen ausreichend lindern könne und dass die äußeren Kohlblätter sich gut an ihr Knie anpassen würden.

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