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20. Jänner 2006

Rheumatoide Vaskulitis tritt Jahre nach Arthritis-Beginn auf

Hautveränderungen sind häufig das Initialsyndrom. Aber auch Augen, Niere oder Lunge können betroffen sein.

Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) können eine sekundäre rheumatoide Vaskulitis (RV) entwickeln. Meist tritt die Vaskulitis erst bei jahrelang bestehender RA auf. Hinweise auf eine RV sind plötzliche extraartikuläre Symptome, etwa Purpura der Haut oder ein Pleuraerguss, und Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust und Fieber.
„Im Mittel tritt eine rheumatoide Vaskulitis etwa zwölf Jahre nach Beginn der rheumatoiden Arthritis auf“, wie Prof. Erika Gromnica-Ihle beim Rheumakongress in Frankfurt am Main betonte. Dabei sei die Aktivität einer RV unabhängig von der Aktivität der Grunderkrankung. Risikofaktoren für eine RV seien positiver Rheumafaktor, Gelenkerosionen und Rheumaknoten, so die Rheumatologin vom Klinikum Berlin-Buch. Und: Bei Männern mit rheumatoider Arthritis komme die rheumatoide Vaskulitis wesentlich häufiger vor. Das Risiko zu erkranken liegt mit eins zu neun bei Männern mehr als viermal so hoch wie bei Frauen mit eins zu 38.
Am häufigsten manifestiere sich eine RV an der Haut, etwa bei 90 Prozent der Patienten, und oft seien Hautveränderungen auch das Initialsymptom, so Gromnica-Ihle. Es können palpable Purpura, Blasen oder Exantheme entstehen oder etwa auch subkutane Knötchen oder Nagelfalznekrosen. Wichtig ist, daran zu denken und die Patienten gegebenfalls zu bitten, Schuhe und Strümpfe auszuziehen, um die Zehen inspizieren zu können.
Weitere häufige Symptome bei rheumatoider Vaskulitis sind mit jeweils 40 bis 50 Prozent sensorische oder gemischt motorisch-sensorische Neuropathien, die meist die Beine betreffen. Bei etwa ebenso vielen Patienten kommt es zu kardiopulmonaler Beteiligung, etwa Perikarditis, Pleuraerguss oder diffuser Alveolitis. Aber auch die Augen, der Gastrointestinaltrakt und – seltener – die Nieren können betroffen sein.
„Die Therapie richtet sich nach der Progressionsrate und dem Organbefall“, sagte Gromnica-Ihle. Bei einem isolierten Haut- oder Organbefall könne mit Kortikosteroiden, etwa Prednison und Wechsel der Basisarznei behandelt werden. Bei einer systemischen Vaskulitis seien Cyclophosphamid und Kortikosteroide nötig. Und: „Zur Prävention einer rheumatoiden Vaskulitis gilt für die Patienten absolutes Rauchverbot“, so Gromnica-Ihle.

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