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29. September 2005

e-Card: Ärzte zahlen, zahlen, zahlen ...

Im Rahmen der Einführung der e-Card gilt es, alle Vertragsärzte mit einem ADSL-Anschluss zu versorgen. In relativ vielen ländlichen Gebieten kann diese technische Möglichkeit noch gar nicht geboten werden. Man behilft sich – so wird verlautet – einer Notlösung in Form von zwei ISDN-Leitungen. Funkstrecken zum nächsten ADSL-Knoten wären nicht machbar oder unbezahlbar. Apropos bezahlbar: 40 Euro pro Monat hat die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) mit den Providern verhandelt. Das sind ansehnliche 480 Euro pro Arzt und Jahr und noch ansehnlichere 4 Millionen Euro für die Betreiber. Dass die ÖÄK für Mehrwertdienstnutzung via Peering Point eine weitere halbe Million Euro den Kassenärzten aus der Tasche zieht, geht in der Hitze des Gefechtes ein wenig unter. Fein, dass es seitens der Wiener Ärztekammer gelungen ist, zwei weitere Provider zu gewinnen. Chello und Inode werden aber auf Grund ihrer Infrastruktur auch nur im Wiener Raum für die Ärzte von Bedeutung sein. Konkurrenz kann nicht schaden. Vermutlich ist es aber den beiden „alten“ schon längst gelungen, eine Mehrzahl der Ärzte an sich zu binden – mehrheitlich mit einer langen Laufzeit. Schmerzhaftes Erwachen kann schon jetzt für die Zeit vorausgesagt werden, wenn die Tarifvereinbarungen und Fördermaßnahmen enden. Wenn es dann Dank„besonderer“ Auflagen nur eine eingeschränkte Konkurrenz gibt, werden die Kosten für die GINA-Box-Holder explodieren. Während sich die Wirtschaft elegant mit einer Einmalzahlung in Sachen Ersatz der Krankenscheine aus der Affäre gezogen hat, bleibt bei den Äsculapjüngern das finanzielle Bummerl. Als Zugabe gibt es seitens der Softwarefirmen noch Im-plementierungskosten um 1.000 Euro und laufende Updatekosten. Warum die Kassenärzte die seitens der Kassen und des Hauptverbandes induzierten Updates zu finanzieren haben, entbehrt jeder wirtschaftlichen Logik. Besonderes „Zuckerl“ ist das so genannte „Ökotool“. Sollten nicht jene, die von dessen Nutzung finanziell profitieren, ihren Beitrag leisten? Die Antwort ist Nein: Soweit sind wir noch lange nicht!

Dr. Wilhelm Hans Appel, Ärzte Woche 25/2005

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