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1. Mai 2006

Kann die Begleitung Angehöriger eines Palliativpatienten eine pathologische Trauerreaktion verhinder

Die Übergänge zwischen normaler und pathologischer Trauer sind fließend. Gelingt es schon kaum, mit all den bestehenden Beschreibungen der Trauerphasen und zielorientierten Modellen, die normale Trauer zu definieren, ist es umso schwieriger eine pathologische oder komplizierte Trauer einzugrenzen, zumal eine weiter bestehende Resttrauer sowie eine häufig wiederkehrende Resttrauer im Sinne einer ausgelösten "Erinnerung" als normaler Trauerprozess gewertet wird. Resttrauer muss durchaus nicht als unbewältigte Trauerarbeit und somit als pathologisch eingestuft werden. Die Trauerreaktion in der Falldarstellung erscheint jedoch deswegen als pathologisch oder kompliziert, weil das Prozesshafte verloren gegangen ist und es zu einer Art emotionalem Stillstand mit dem Verharren in Aggressionen und Selbstvorwürfen gekommen ist. Sowohl das sensible Aufspüren der Risikofaktoren und Belastungen auf Seiten der Angehörigen, als auch das Anerkennen der Angehörigen als "Patienten zweiter Ordnung" findet im familienzentrierten Ansatz durch Unterstützung der Gesamtfamilie ihren Platz und hat einen wesentlichen Stellenwert zur Vermeidung einer pathologischen Trauerreaktion.

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