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17. August 2005

Editorial

150 Millionen Europäer leiden an rheumatischen Erkrankungen. Diese verursachen als Dauerleiden enorme volkswirtschaftliche Kosten durch Krankenstände, Arbeitsunfähigkeit, krankheitsbedingte Frühpensionierungen, Pflege-, Spitals- und andere Folgekosten.
Trotzdem fehlen ausreichend Forschungsgelder und gesundheitspolitische Initiativen zur Verbesserung des Verständnisses in der Bevölkerung, Vorsorge, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten, um die Lebensbedingungen von Rheuma-Patienten zu verbessern und die Auswirkungen für das Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Diese Anliegen bekommen angesichts der demographischen Bevölkerungsentwicklung zunehmend volkswirtschaftliche Brisanz. Deshalb startete die Europäische Rheuma-Liga (EULAR) am 15. März 2004 die Kampagne „Alliance Against Arthritis – Allianz gegen rheumatische Erkrankungen“.

Ziel dieser neu geschaffenen europaweiten Aktion ist es, nicht nur das öffentliche Be- wusstsein zu erhöhen, sondern auch die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist es unumgänglich, mehr Forschungsförderung für dieses Fachgebiet durch die Europäische Union und nationale Ministerien sowie Fonds zu erhalten“, wie EULAR-Präsident Prof. Dr. Josef Smolen betont. Ausmaß und Folgen rheumatischer Erkrankungen werden traditionell verharmlost, obwohl in Österreich rund zwei Millionen Menschen - alte und junge, Männer wie Frauen - betroffen sind. Es besteht ein akuter Mangel an niedergelassenen Fachärzten, die Möglichkeiten innovativer medikamentöser Therapien werden noch zu wenig genutzt und die zur Verfügung stehenden Forschungsmittel reichen bei weitem nicht aus. Diesem Mangel muss dringend durch geeignete gesundheitspolitische Maßnahmen entgegengesteuert werden.

Darüber hinaus gilt es, die „Rheuma-Awareness“ in der Bevölkerung und vor allem auch im niedergelassenen Bereich, also bei den Allgemeinmedizinern und anderen Facharztgruppen, zu erhöhen. Zu diesem Zweck haben die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) und der ÄRZTE WOCHE-Verlag beschlossen, gemeinsam das Magazin RHEUMA-plus als Praxisjournal der ÖGR heraus zu geben. Für 2004 sind vier Ausgaben mit übersichtlichen Schwerpunktthemen und Kongressberichten geplant.

Im vorliegenden ersten Heft steht der Themenkomplex Labordiagnostik bei rheumatischen Erkrankungen im Mittelpunkt. Namhafte Experten aus ganz Österreich informieren über den aktuellen Wissensstand der Frühdiagnostik. Die Beiträge zeigen, dass das Thema Labor in der Rheumatologie von sehr unterschiedlichen Standpunkten betrachtet werden kann und diese von einfachen und plausiblen Schritten bis zu hoch differenzierten Untersuchungen reichen können. Wir hoffen, Ihnen damit einen spannenden und umfassenden Überblick bieten zu können.

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