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17. August 2005

Neue Therapieoptionen gegen systemischen Lupus erythematodes

Auch bei der Behandlung des systemischem Lupus erythematodes (SLE) scheinen sich neue Möglichkeiten zu eröffnen. Nach wie vor ist bei den schweren Formen der SLE-Organbeteiligung die anfängliche intravenöse Endoxantherapie führend, eventuell mit relativ rasch erfolgendem Umstieg auf Azathioprin oder Mycophenolat-Mofetil. Entscheidend scheint, gerade bei der Behandlung der schweren Lupus-Nephritis, ein relativ rascher Therapieerfolg zu sein, was von Prof. Frederic Houssiau, Kraainem, anhand von Daten der Euro-Lupus-Studie gezeigt wurde: Ein deutlicher Rückgang der Proteinurie auf nicht mehr als 25 Prozent des Ausgangswertes oder weniger als 1g/Tag innerhalb der ersten sechs Monate unter Therapie macht ein Nierenversagen sehr unwahrscheinlich. Auch wenn das glücklicherweise nicht bedeutet, dass Patienten mit länger anhaltender Proteinurie über 1 g/Tag ein sehr hohes Risiko haben, geben diese Daten eine klare Linie vor.

Neben neuen Daten über die seit Jahren in der Behandlung des SLE erfolgreich verwendeten Basistherapeutika konnten in der gleichen Sitzung auch erste Studien für zwei Erfolg versprechende Biologicals gezeigt werden. Es handelt sich dabei einerseits um den Anti-B-Zell-Antikörper Rituximab, der in Kombination mit Cyclophosphamid oder Methylprednisolon relativ rasch die Krankheitsaktivität und die Autoantikörper gegen doppelsträngige DNA reduziert. Andererseits haben erste bei uns im AKH durchgeführte Untersuchungen mit dem Anti-TNF-Antikörper Infliximab eine sehr rasche Besserung der Entzündungsaktivität bei aber weiter vorhandener Autoimmunität gezeigt. Bevor an den Routine-Einsatz dieser Substanzen zu denken ist, bedürfen die Ergebnisse aber noch einer Bestätigung in größeren kontrollierten klinischen Prüfungen.

* Prof. Dr. Martin Aringer, Universitätsklinik Innere Medizin III, Klinische Abteilung für Rheumatologie, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien; Bericht vom EULAR 2004, 9. bis 12. Juni 2004, Berlin;

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