zur Navigation zum Inhalt
 
17. August 2005

Sehr aktive rheumatologische Gemeinde in Mitteleuropa

Zur einem Zeitpunkt, wo der jährliche EULAR-Kongress nun schon zum fünften Mal fast 9.000 Kongress-Teilnehmer magisch anzieht, ist es sicher ein Risiko, kleinere Kongresse mit „lokaler Bedeutung“ zu organisieren. Vor allem, wenn sie auch nicht direkt unter den Subspizien der EULAR stehen. Angeregt durch den letzten Zentraleuropäischen Kongress in Baden bei Wien, haben die ungarischen Kollegen für heuer die Verantwortung dafür übernommen und ohne Scheu vor der EULAR diesen für uns Mitteleuropäer so wichtigen intimen Kongress zu einem Zeitpunkt platziert, da die neuen Länder in die EU eintreten, ungeachtet dessen, dass die EULAR in Berlin vor der Tür steht. Der 5. Centraleuropäischen Rheumakongress (CECR) wurde in der Zeit vom 30. April bis 2. Mai 2004 in Budapest abgehalten. Es hat sich gezeigt, dass in Mitteleuropa doch eine sehr aktive rheumatologische Gemeinde besteht, denn es kamen über 400 Teilnehmer dieser Einladung an die ungarische Donaumetropole nach.

Mangelnde Ressourcen in den neuen EU-Ländern

Die Hauptpunkte der Veranstaltung waren die COX-2-Hemmer, ihr analgetisch-antirheumatischer Einsatz bei verschiedenen Krankheitsbildern, sowie die neuen Biologicals mit ihren Optionen, ihrer therapeutischer Breite, aber auch ihren Risken. Ein halber Tag wurde für dieses spezielle Topic in Anspruch genommen, besonders aus dem Blickwinkel der Finanzierbarkeit der TNF-blockierenden Therapie. Besonders in den neuen EU-Ländern stößt die Finanzierbarkeit sehr früh an ihre Grenzen, und es ist ihnen infolge mangelnder Resourcen sehr schwer möglich, Ausweichoptionen zu finden. Es war daher von besonderem Interesse zu sehen, wie in einzelnen Ländern die Handhabung der Therapieverordnung und deren Überwachung angelegt wurden.
Es zeigte sich dabei, dass eine gewisse zentralistische Lenkung im Gesundheitswesen gar nicht von Nachteil ist. Diese ermöglicht eine bessere Lenkung und eine bessere Zuteilung der Medikation für alle jene Patienten, die sie unumgänglich brauchen. Auch die Schaffung nationaler Kriterien und die Überwachung ihrer strengen Einhaltung sind von wesentlicher Bedeutung. Bei der heutigen Kostenexplosion sind in diesem Bereich für Individualismus nur mehr beschränkte Möglichkeiten gegeben.

Zentrale Dokumentation

Die zentrale Dokumentation des Krankheitsverlaufes, der Besserungstendenz, aber auch einer Verminderung der radiologischen Progression, wie es auch zum Beispiel unsere tschechischen Kollegen (Prof. Pavelka) durchführen, muss mit Interesse verfolgt werden. Bei den Postersitzungen, wobei über 350 Poster eingereicht worden waren, war die Themenvielfalt beeindruckend. Bei den Fallpräsentationen zeigte sich, dass die noch vorherrschenden großen zentralen Kliniken eine beeindruckende Kasuistik in großer Zahl anbieten können und für die Kollegen diese Form der Weiterbildung sicher seinen Stellenwert hat, ohne dem einzelnen Arzt seine Individualität absprechen zu wollen. Auch die Balneologie kam nicht zu kurz, denn besonders in Ungarn, Slowakei, Polen und Slowenien ist diese Therapieform sehr weit verbreitet. Dies ist ein zentraleuropäisches Gut, dass es zu wahren gilt und das auch in der heutigen Zeit seinen therapeutischen Stellenwert hat.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dieser Kongress seine Berechtigung hat und die mitteleuropäischen Länder und ihre Rheumatologen einander näher bringt. Der 6. CECR findet in zwei Jahren in Slowenien statt, und zwar in Bled in der Zeit von 4. bis 6. Mai 2006.

* Prim. Doz. Dr. Attila Dunky, 5. Med. Abt. mit Rheumatologie, Stoffwechsel-Erkrankungen und Rehabilitation, Wilhelminenspital, Wien

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben