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17. August 2005

Interdisziplinäre Fortbildung

Das 18. Gröbminger Symposion war dem interdisziplinären Charakter der Rheumatologie entsprechend aus rheumatologischen und orthopädischen Themen aufgebaut, ergänzt durch je einen Beitrag aus der Kinderrheumatologie und der Grundlagenforschung der Ganganalyse.

Innovative Medikamente

Prof. Dr. Michael Schirmer, Univ.-Klinik für Innere Medizin, Innsbruck, referierte über aktuelle Neuerungen in der medikamentösen Rheumatherapie, vor allem auf dem Gebiet COX-2-spezifischer NSAR wie Parecoxib (Dynastat®) und Valdecoxib (Bextra®). Auf das Nebenwirkungsspektrum der NSAR und die Verminderung der Nebenwirkungsrate im Gastrointestinaltrakt unter der Therapie mit Coxiben wurde anhand neuer Studien hingewiesen. Weiters wurde über die sehr positiven Erfahrungen mit den wichtigsten bisher in Österreich zugelassenen Biologika (Infliximab, Etanercept und Adalimumab) in der Therapie der entzündlich rheumatischen Erkrankungen berichtet. Die Notwendigkeit einer strengen Indikationsstellung nach den Kriterien der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation und ein Monitoring durch den rheumatologischen Facharzt unter Heranziehung validierter Dokumentationsinstrumente zur Erfassung und Verlaufsbeurteilung der Krankheitsaktivität wurden betont.
OA Dr. Josef Hermann, LKH Graz, referierte über die Behandlung von Spondylarthritiden mit den Biologika Etanercept und Infliximab. Erstmals stehen damit auch für Patienten, die unter Spondylarthritiden mit hohem Destruktions- und Invalidisierungspotenzial leiden, wirksame und möglicherweise krankheitsmodifizierende Therapeutika zur Verfügung. Den behandelnden ÄrztInnen kommt die Aufgabe zu, diese Patienten anhand der aktuellen Indikationskriterien zu identifizieren und einer effektiven Therapie zuzuführen.
Der erste Teil des Symposions wurde durch einen Vortrag von Stadtphysika Dr. Ingrid Pilz, Wien, über juvenile idiopathische Arthritis ergänzt. Der aktuelle Stand der Wissenschaft wurde vor dem Hintergrund einer jahrzehntelangen praktischen Erfahrung der Referentin als Kinderrheumatologin im Preyer’schen Kinderspital sehr anschaulich dargestellt.

Neue OP-Techniken

Die Vorträge über Knorpeltransplantation von OA Dr. Gobert Skrbensky, über minimal-invasive Stabilisation osteoporotischer Frakturen (Vertebroplastie, Kyphoplastie) von OA Dr. Joseph Grohs (beide Univ.-Klinik für Orthopädie, Wien), und über Bandscheibenprothesen von Prim. Doz. Dr. Michael Ogon, Wien, boten einen hervorragenden Überblick über die Möglichkeiten und Indikationen dieser neuen orthopädischen Techniken und zeigten die rasche, innovative Entwicklung des orthopädischen Fachbereichs. Mit der Ballon-Kyphoplastik gelingt es, die Sicherheit bei der Zementapplikation zur Stabilisierung von osteoporotischen Wirbelkörperfakturen zu erhöhen und das sagittale Profil der Wirbelsäule wiederherzustellen. Diese Aufrichtung der Wirbelsäule dürfte für die lang anhaltende Verbesserung der Lebensqualität nach Wirbelkörperfrakturen entscheidend sein. Dagegen kann mit der Vertebroplastie nur eine Stabilisierung der Wirbelkörperfrakturen und eine Schmerztherapie erreicht werden.
Die Bandscheibenprothese zeigt gute Frühergebnisse bei niedriger Komplikationsrate. Die Rehabilitationszeit ist insgesamt recht kurz und die Mobilität kann schneller erreicht werden als nach Fusionen. Noch nicht gelöst ist die Frage der Langlebigkeit. Bei unter 30-jährigen Patienten wird daher zurzeit die Indikationsstellung zurückhaltend gehandhabt.

Spezialthema Ganganalyse

Prim. Doz. Dr. Klaus Engelke, Theresienhof, Krankenhaus für Orthopädie und orthopädische Rehabilitation, Frohnleiten, stellte das Thema Ganganalyse sehr anschaulich auf der Basis langjähriger Erfahrungen dar. Der Bogen reichte von der einfachen klinischen Ganganalyse bis zur 2-D-Analyse. Mag. A. Mayr, LKH Hochzirl, referierte über eine aufwendige 3-D-Analyse komplexer Gangstörungen mit vorwiegend wissenschaftlicher Orientierung.

Prim. Dr. Anton Ulreich, Sonderkrankenanstalt
Gröbming, A-8962 Gröboming 214, Tel. 03685/2323, E-Mail:

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