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20. Jänner 2006

Hyaluronsäure nicht nur bei Kniearthrose

Aktuelle Studien belegen auch therapeutischen Nutzen bei Golferzehe und Rhizarthrose

Das Krankheitsbild der Arthrose kann sehr vielgestaltig sein und zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität, der Funktionalität und der sozialen Möglichkeiten führen. Die Einführung der Hyaluronsäure (HA) in die Arthrosetherapie stellt einen wesentlichen Fortschritt dar. Beim European Congress of Rheumatology „EULAR 2003“ in Lissabon, Portugal, im Juni 2003 wurden einige Studien vorgestellt, welche die Rolle von HA bei der Schmerzreduktion, funktionellen Verbesserung und Änderung des Krankheitsverlaufes unterstreichen:

Dr. Robert J. Petrella und Mitarbeiter von der University of Western Ontario, London, Ontario, Kanada, untersuchten in einer retrospektiven Studie bei 493 Patienten mit einseitiger Osteoarthrose des Knies die Wirkung von intraartikulär verabreichter Hyaluronsäure. Die Therapie bestand aus drei wöchentlich verabreichten Injektionen von 2,0 ml HA. 427 der Patienten erhielt eine zweite Injektionsserie im selben Gelenk. Befragt wurde bei jeder Injektion (V1-3), zwei Wochen nach der dritten Injektion (V4) und bei der Vorstellung zur zweiten Injektionsserie (V5). Die Patienten waren im Schnitt 67 Jahre alt, der durchschnittliche Zeitabstand zwischen erster und zweiter Injektionsserie lag bei 26+/- 9 Wochen.

Hyaluronsäure verbesserte sowohl den Ruhe- als auch den Gehschmerz signifikant. Die Verbesserung des Gehschmerzes gegenüber dem Ausgangswert nach der visuellen Analog-Skala (VAS) betrug zu den verschiedenen Zeitpunkten: V1 (23 Prozent), V2 (21 Prozent), V3 (30 Prozent), V4 (77 Prozent) und V5 (32 Prozent). Auch der Ruheschmerz nahm ab: V1 (12 Prozent), V2 (22 Prozent), V3 (39 Prozent), V4 (71 Prozent) und V5 (36 Prozent). Die Besserung des Gehschmerzes mit der zweiten Behandlungsserie betrug: V1 (16 Prozent), V2 (26 Prozent), V3 (43 Prozent), V4 89 Prozent) und V5 (32 Prozent), die des Ruheschmerzes: V1 (27 Prozent), V2 (24 Prozent), V3 (38 Prozent), V4 (81 Prozent) und V5 (35 Prozent).

Die Patientenzufriedenheit war hoch. Es gab keine systemischen und nur bei 1,5 Prozent der Injektionen lokale unerwünschte Nebenwirkungen (Schmerz oder Schwellung).

Hyaluronsäure bei der „Golferzehe“

Osteoarthrose kann auch zu fortschreitenden Schmerzen und Bewegungseinschränkung im ersten Metatarsophalangeal-Gelenk führen. Diese Veränderungen werden besonders bei älteren Golfern beobachtet. Arthrosen im Zehengrundgelenk sind daher auch unter dem Begriff „Golferzehe“ bekannt und beeinträchtigen in erheblichem Maße die Teilnahme an dieser populären Sportart. Petrella und Mitarbeiter injizierten 47 männlichen Golfern (Durchschnittsalter 71, BMI 27,4 Kilogramm/Quadratmeter) mit schmerzhafter und behindernder Osteoarthrose 0,5 ml Hyaluronsäure (10 mg/ml) in das erste Metatarsophalangealgelenk. Jeder Patient erhielt acht Injektionen in einwöchigen Abständen. Nach der aktiven Therapiephase waren zusätzliche Behandlungen erlaubt, wurden aber sehr selten benötigt. Bereits nach neun Wochen (erste Kontrolle) stellten sich signifikante Besserungen der Schmerzen in Ruhe, beim Gehen auf der großen Zehe (zehn Meter Strecke), sowie der Beweglichkeit und der Patientenzufriedenheit ein. Sie bestanden auch bei der zweiten Kontrolle nach 16 Wochen. Bei einer zweiten Injektionsserie (nach 28 bis 76 Wochen) waren die Schmerzen in Ruhe und beim Großzehengang gegenüber dem Ausgangswert signifikant besser, die Schmerzreduktion beim Großzehengang war gegenüber dem Ergebnis nach 16 Wochen deutlich geringer.

Auch bei Rhizarthrose erfolgreich

Rhizarthrose (Arthrose im Daumensattelgelenk) tritt sehr häufig auf und betrifft etwa 30 Prozent der Gesamtbevölkerung zwischen 25 und 74 Jahren. In einer prospektiven Studie wurde 60 Händen (51 Patienten) entweder einmal Dexamethason oder viermal (wöchentlich) 0,5 ml Hyaluronsäure intraartikulär injiziert (R. C. Gelabert und Mitarb., Hospital de Sant Pau i de la Santa Creu, Barcelona, Spanien). Die Schmerzen waren nach einem Monat in beiden Gruppen (in etwa gleichem Ausmaß) signifikant geringer als zu Beginn. Bei der Schlussuntersuchung nach sechs Monaten war die Schmerzreduktion in der Hyaluronsäure-Gruppe gleich (gut) geblieben, in der Dexamethason-Gruppe hingegen deutlich geringer geworden. Dieser Unterschied zwischen den beiden Gruppen war statistisch signifikant.

Dr. Klaus Huber, rheuma plus 2/2004

  • Frau Janine Grosse, 01.05.2014 um 17:57:

    „Das Hyaluronsäure zum Einnehmen in Kapselform Falten mindert, ist eher ein Nebeneffekt. An sich kommt die Entwicklung der oral einzunehmenden Hyaluronsäure aus der Tiermedizin, wo man feststellte, dass hierdurch die Gelenkprobleme (z.B. Arthrose) wie von "Geisterhand" verschwanden. Nach diesen Erfolgen bei Tieren machte man dann auch Studien am Menschen (nachzulesen z.B. auf www.Hyaluronsaeure-Kapseln.net ) bei welchen man feststellte, dass die an sich sehr grossen Hyaluronsäuremoleküle dennoch über den Blutkreislauf bis hin zu den Gelenken gelangen und dort eine beginnende Arthrose nicht nur lindern, sondern sogar komplett aufhalten können. Hyaluronsäure hat ja die tolle Eigenschaft, dass 1 Gramm Hyaluronsäure bis zu 6 Liter Wasser binden kann und so die Gelenke und Haut von innen her "aufpolstert". Hyaluronsäure ist zwar ein körpereigener Stoff, welchen der Körper auch selber produziert, nur leider ist das Problem, dass die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure mit zunehmendem Alter (bereits ab ca. 35 Jahren) immer mehr abnimmt und Gelenkprobleme und Falten die Folge sein können.

    Ich hoffe dieser kleine "Exkurs" über den "Wunderstoff" Hyaluronsäure, welcher zur Zeit in aller Munde zu sein scheint (siehe Presse, Funk und Fernsehen), bringt etwas "Licht ins Dunkel" ?!“

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