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1. März 2006

Grenzen und Bedeutung der Labordiagnostik bei Mangelernährung im Alter

Trotz der breiten Aufmerksamkeit bezüglich "Mangelernährung im Alter" sind die Möglichkeiten der Labordiagnostik eher limitiert. So können diagnostische Aussagen einzelner Tests durch interkurrente Krankheiten, präanalytische Effekte sowie durch mangelnde Standardisierung beeinträchtigt werden. In der vorliegenden Übersicht wird auf die Bedeutung der wichtigsten diesbezüglichen Laborparameter eingegangen. Neben der Stickstoffbilanz, die als "goldener Standard" für Mangelernährung gilt, sind insbesondere Serumproteine zu nennen, deren Aussage sich nach der jeweiligen biologischen Halbwertszeit richtet. Als verlässlichster Marker gilt dabei Albumin, aber auch Cholinesterase sowie Cholesterin-Verminderung ist hier zu erwähnen. Das sog. "niedrig-T3-Phänomen", dem die Bildung von "reverse T3" zugrunde liegt, scheint als einziges die "katabole" Stoffwechsellage direkt wider zu spiegeln. Darüber hinaus sind prognostische Mortalitätsmarker, etwa Orosomukoid von besonderem Interesse. Zytokine und andere Signalpeptide sowie Spurenelemente und Vitamine scheinen als Diagnostikum eher eine begrenzte Bedeutung zu haben. Demnach stellt die Diagnose und das Monitoring der Mangelernährung im Alter für die Labordiagnostik eine wichtige Herausforderung dar.

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