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5. August 2005

Mehr Verständnis für den Schmerz

"Sowohl in der Schmerzforschung als auch in der Anwendung moderner Schmerztherapiekonzepte lag Österreich lange Zeit abgeschlagen hinter den angloamerikanischen und skandinavischen Ländern", so Prof. Dr. Hans Georg Kress, Vorstand der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin B am AKH Wien. Nicht zuletzt dank der intensiven Aktivität der vor zehn Jahren gegründeten Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) hat sich dies nachhaltig geändert: Österreich kann sich sowohl im Pro-Kopf-Verbrauch von Morphin als auch im Angebot schmerztherapeutischer Einrichtungen im europäischen Umfeld durchaus sehen lassen. 

Insbesondere die früher extrem verbreitete Opiophobie konnte gezielt abgebaut und durch einen rationalen Umgang mit diesen Schmerzmitteln ersetzt werden. Auch in Bezug auf moderne klinische und experimentelle Schmerzforschung ist eine deutliche Aufwärtsentwicklung erkennbar, die sich allerdings nur auf wenige Zentren in Österreich beschränkt. Insbesondere Wien ist auf dem Weg, sich zu einem internationalen Schmerzkompetenz-zentrum zu entwickeln. Neben der mit 23.000 Behandlungen pro Jahr größten Schmerzambulanz Zentral-europas an der klinischen Abteilung für Anästhesie B der Universitätsklinik beheimatet Wien seit kurzem auch eine international renommierte Schmerzforschergruppe am Hirnforschungsinstitut. 

Die intensive Zusammenarbeit beider Einrichtungen mit ihren klinischen und experimentellen Möglichkeiten haben Wien schon jetzt zu einem internationalen Zentrum der Schmerzforschung und Schmerztherapie gemacht. Die eben erst begonnene personelle und konzeptionelle Kooperation in Form der Vienna Pain Interest Group wird zukünftig auch auf außerösterreichische Zentren erweitert werden können. Im Rahmen des europäischen Projektes "Europe Against Pain" veranstaltet die ÖSG vom 30. September bis zum 4. Oktober 2002 die 2. Österreichische Schmerzwoche. 

Zielsetzung dieser landesweiten Aktion ist es, Verständnis für das Konzept des modernen Schmerzmanagements im Bewusstsein der Ärzteschaft wie auch der Patienten herzustellen und zu vertiefen, sowie die europaweiten Bemühungen um eine Aufklärung zum Thema Schmerztherapie auf nationaler Ebene umzusetzen. 

PK der ÖSG, Ärzte Woche 34/2002

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