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5. August 2005

Was ist drin im Schmerzkoffer?

Auf dem Gebiet der Schmerztherapie gibt es immer wieder Überraschungen. So ist etwa seit kurzem bekannt, dass sowohl Opiate als auch Acetylsalicylsäure ihre Wirkungen auf zwei Ebenen entfalten: zentral und peripher. Der aktuelle Wissensstand steht in deutlichem Gegensatz zu den Informationen, die sich in den meisten Lehrbüchern finden. "Aufgrund der neuen Erkenntnisse werden Opiate tatsächlich in zunehmenden Ausmaß auch lokal verabreicht, und zwar vor allem postoperativ", erklärte Doz. Dr. Rudolf Likar, Schmerzambulanz des LKH Klagenfurt, auf der 10. Jahrestagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft, die vom 9. bis 12. Mai in Wien stattfand. Im Rahmen der Tagung wurde auch der "Schmerzkoffer" präsentiert, der ÄrztInnen die Arbeit erleichtern und eventuell vorhandene Informationsdefizite abbauen soll. Das im Koffer enthaltene Informationspaket wurde vom Salzburger Schmerzinstitut gemeinsam mit der Österreichischen Schmerzgesellschaft und der Österreichischen Palliativgesellschaft zusammengestellt. Die Informationsoffensive wird unter anderem von Janssen-Cilag unterstützt. 

Prof. Dr. Wilfried Ilias, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien und Beiratsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft: "Ärzte stehen oft unter großen Zeitdruck und müssen rasche Entscheidungen treffen. Der „Schmerzkoffer“ will Ärzten klare ¢Kochrezepte² in die Hand geben und es ihnen ermöglichen, in sehr kurzer Zeit ein für den jeweiligen Patienten maßgeschneidertes Konzept zu erstellen. Darüber hinaus soll er sie in die Lage versetzen, fundierte Antworten auf kritische Fragen von Chefärzten, Patienten, Angehörigen oder Behörden zu  geben."

Der Koffer enthält:

  • das kompakt gestaltete Buch "Schmerztherapie bis ins hohe Alter" (mit Richtlinien, Dosisempfehlungen, etc.) 
  • eine CD, mit deren Hilfe ÄrztInnen sich eigene Diavorträge zum Thema "Schmerz" zusammenstellen können 
  • Schmerzschieber (zum Messen der Schmerzstärke) und Schmerztagebuch für Patienten
  • Infos für Patienten über die Anwendung eines Schmerzpflasters
  • eine Schmerztherapie-Broschüre von Doz. Dr. Rudolf Likar, LKH Klagenfurt
  • eine Broschüre über Schmerztherapie in der Palliativmedizin
  • eine Patientenverfügung
  • die CD "Entspannung bei Schmerzen" mit Musik und Entspannungsanleitungen

"Generell möchten wir mit dem „Schmerzkoffer“ einen Überblick über die medikamentöse Schmerztherapie und die dabei zu berücksichtigenden Arzneimittelinteraktionen, aber auch über die nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten geben", so Prof. Dr. Günther Bernatzky vom Salzburger Schmerzinstitut.

Prof. Dr. Eckhard Beubler, Pharmakologe und Präsident elect der Österreichischen Schmerzgesellschaft, ist zuversichtlich: "Ich halte den Koffer für eine nützliche Sache und hoffe, dass er mithelfen wird, die nach wie vor vorhandene, unbegründete Angst vieler Ärzte vor der Gabe von Opiaten zu reduzieren."

Dr. Peter Wallner, Ärzte Woche 21/2002

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