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5. August 2005

Griff zum Rezeptblock ist einfach zu wenig

Gerade im Bereich der Schmerztherapie gibt es in Österreich noch einiges zu verbessern. So wird etwa in jeder Krankengeschichte das Fieber mehrmals täglich eingetragen. Für den Eintrag des erhobenen Schmerzgrades ist jedoch nicht einmal entsprechender Platz vorgesehen.

Vor allem postoperativ liegt nach Aussage des Grazer Pharmakologen Prof. Dr. Eckard Beubler noch einiges im Argen: "Denn man muss nicht Schmerzen haben, um ein Analgetikum zu bekommen." Die Maxime sollte Schmerzfreiheit sein, um den betroffenen Patienten eine größtmögliche Lebensqualität zu ermöglichen.

Schmerz führt die Betroffenen jedoch nicht immer zum Arzt. Dementsprechend wandert eine regelrechte Flut von Schmerzmitteln - meist selbstverordneter OTC-Präparate - über die Ladentische der Apotheken. Grund ist nicht zuletzt, dass sich die Patienten bezüglich ihrer Beschwerden vom betreuenden Arzt nicht ernst genommen fühlen. Die Symptomatik ist jedoch ein subjektives Erlebnis mit starker interindividueller Variabilität, abhängig von einer Vielzahl bio-psycho-sozio-kultureller Faktoren.

Oft lässt die Hilflosigkeit, einem Patienten keinen adäquaten Grund für seine Schmerzen nennen zu können, auch Ärzte rasch zum Rezeptblock greifen. Oft wird dann nur ein schwaches Analgetikum verordnet, ohne dass nach der Ursache gesucht wird.

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