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5. August 2005

Rezeptfrei gegen Rückenschmerzen

Schmerzen sind einer der wichtigsten Gründe für einen Arztbesuch. Häufigste Schmerzursache sind Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, drei Viertel davon gehen auf Kosten der Wirbelsäule.
"Allein im Jahr 2000 gingen mehr als 8,5 Millionen Krankenstandstage auf das Konto von Erkrankungen des Bewegungsapparates", konstatierte Prof. Dr. Hans Tilscher, Ludwig Boltzmann Institut für konservative Orthopädie und Schmerztherapie, anlässlich der Vorstellung des neuen rezeptfreien Analgetikums Naproxen-Natrium (Aleve®).

Besonders Frauen betroffen

Besonders Frauen sind betroffen: Jede zweite Frau ab 50 leidet an Schmerzen im Rücken, in den Muskeln oder in den Gelenken. Das hat eine soeben abgeschlossene repräsentative Meinungsumfrage des Linzer IMAS-Institutes ergeben. Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt, verspanntes Sitzen im Büro und wenig Bewegung steigern sich zu unangenehmen, lang anhaltenden Beschwerden im Rücken, ohne dass vorerst ein körperlicher Defekt nachweisbar ist. Unbehandelt führen die Rückenschmerzen zu immer mehr Verkrampfung der Muskulatur. Dauerschäden und langwierige Kuren können die Folge sein.

Die Schmerzbehandlung muss sich nach Informationen aus der Diagnostik richten. Die diagnostische Abklärung verfolgt drei Ziele. Tilscher: "Die Suche nach Ort und Art der Störung, die Strukturanalyse und schließlich das Erkennen, ob es sich um ein akutes oder chronisches Geschehen handelt." Wesentlichstes Ziel in der Behandlung akuter Beschwerden liegt im Abbau von Schmerzreizen durch Ruhigstellung, therapeutische Lokalanästhesie, geeignete Medikamente und Kältetherapie.

Schmerz nicht anstehen lassen

"Möglichst früh sollen alle in Frage kommenden Störfaktoren erkannt und beeinflusst werden, wie Korrektur des Stehens, Gehens, Setzens, Sitzens, Liegens, Arbeitens und Sportbetreibens, um die Entstehung von Erkrankungen der Muskeln, Gelenke und der Wirbelsäule zu verhindern", hob Tilscher hervor. 
Prof. Dr. Eckhard Beubler, Institut für Pharmakologie der Karl-Franzens-Universität in Graz, betonte, "dass man Schmerzen nicht anstehen lassen, sondern richtig behandeln soll". Je nach Ursache und Stärke des Schmerzes gibt es drei Stufen der Analgesie: die "leichten" Schmerzmittel wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Naproxen-Natrium, die mittelstarken Schmerzmittel und die starken, morphinartigen Schmerzmittel. 

"Bei leichteren Schmerzen, die keine bestimmte Ursache haben, wie das bei Rückenschmerzen häufig der Fall ist, können vorübergehend auch rezeptfreie Medikamente eingesetzt werden", sagte Beubler. Bei Rückenschmerzen etwa bewähre sich ein Arzneimittel mit raschem Einsetzen der Schmerzlinderung und langer Wirkungsdauer, wie das auf Naproxen-Natrium zutrifft. Aleve® ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von Rücken-, Muskel-, Kopf- und entzündungsbedingten Gelenksschmerzen. Hinsichtlich Verträglichkeit schneidet Aleve® gegenüber Paracetamol und Ibuprofen gleich gut ab und zeichnet sich bei Überdosierung im Vergleich zu Paracetamol und ASS durch hohe Sicherheit aus. Bisher war Naproxen rezeptpflichtig, jetzt wurde es bis 200 mg pro Tablette aus der Rezeptpflicht entlassen.

Dr. Karin Reischl, Ärzte Woche 29/2002

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