zur Navigation zum Inhalt
 
5. August 2005

Neues starkes Opioid überzeugt Arzt und Patient

Die Firma Mundipharma war bereits vor über 15 Jahren durch die Einführung des ersten Morphin-Präparates in Retardform bahnbrechend in der modernen Schmerztherapie. In den vergangenen beiden Jahrzehnten erweiterte sie ihre analgetische Palette durch Tramundal®, Codidol®, Morapid®, Hydal®, Substitol® und nun in Österreich, wie auch in 20 anderen Ländern, durch OxyContin®.

Signifikante Abnahme der Schmerzintensität

Das starke Opioid Oxycodon liegt im OxyContin®in einer biphasischen Galenik vor, welche einen raschen Wirkungseintritt und eine lange Wirkungsdauer gewährleistet. Die kleinen Filmtabletten gibt es zu 10, 20, 40, und 80 mg Oxycodon, was eine praxisgerechte Dosisfindung ermöglicht. OxyContin®> ist seit März 2001 in Österreich erhältlich, bedarf jedoch derzeit einer chefärztlichen Bewilligung.

Im Rahmen des Einführungs-Symposiums am 21. 4. 2001 im Festsaal der Wiener Börse berichtete Prof. Dr. Wilfried Ilias, Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, KH der Barmherzigen Brüder, Wien, über die rezente österreichische Studie mit Oxycodon retard Kapseln, an der insgesamt 71 Patienten mit chronischen Schmerzen teilnahmen. Die Daten von 50 Patienten konnten vollständig ausgewertet werden. Die durchschnittliche Tagesdosis von Oxycodon stieg von 33,8 mg bei Behandlungsbeginn nach einer Woche auf 47,4 mg und veränderte sich bis zum Studienende nach drei Wochen nur mehr geringfügig auf 49,6 mg. Die Wirksamkeit der neuen Therapie wurde von den Patienten, die zumeist von einer unzureichenden oder schlecht verträglichen Therapie mit schwachen Opioiden umgestellt wurden, in 88,7 Prozent als besser oder viel besser als die Vortherapie bewertet.

Die Wirksamkeit von Oxycodon wurde von 72,6 Prozent der Patienten und von 71 Prozent der Ärzte mit sehr gut oder gut beurteilt. Die Verträglichkeit der Oxycodon-Behandlung bewerteten 66,1 Prozent der Patienten und 64,5 Prozent der Ärzte mit sehr gut oder gut. Dabei zeigte sich laut Ilias eine signifikante Abnahme der Schmerzintensität nach der zehnteiligen VAS-Beurteilung von 7,8 auf 4,3 im Mittel nach einer Woche und auf 3,9 nach drei Wochen.

Bessere Lebensqualität

Gleichzeitig konnte eine deutliche Verbesserung der allgemeinen Aktivität, des Gehvermögens, der Belastbarkeit, der Lebensfreude, der Schlafqualität und der sozialen Beziehungen beobachtet werden. Opioid-bezogene unerwünschte Nebenwirkungen wie Obstipation, Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit verringerten sich im Beobachtungszeitraum signifikant. Ilias: "Oxycodon stellt eine Bereicherung der Schmerztherapie dar, ist gut kombinierbar, nebenwirkungsarm und eine wertvolle Alternative bei Rezeptorvarianz."

Zu ähnlich günstigen Ergebnissen gelangt eine deutsche, multizentrische, offene, prospektive klinische Studie, in welcher insgesamt 123 Patienten mit chronischen Tumor- und Nichttumorschmerzen für drei oder mehr Wochen OxyContin® erhielten. Die Schmerzintensität betrug bei der Aufnahme im Mittel 70,6 (VAS-Skala von 0 bis 100) und sank am Ende der Erhaltungsphase auf 28,2 VAS, berichtete Dr. Lukas Radbruch, Klinik und Polyklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universität Köln, BRD.

Laut Dr. Ursula Wesselmann, Ass. Prof. of Neurology and Biomedical Engineering, Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, USA, veröffentlichten die American Academy of Pain Medicine und die American Pain Society bereits 1996 ein "Mission Statement" zum Einsatz von Opioiden zur Behandlung von chronischen Schmerzen. In diesem Dokument wurde betont, dass die unzureichende Behandlung von Schmerzen in der heutigen Gesellschaft nicht zu rechtfertigen ist. Das seit 1996 in den USA eingeführte OxyContin®> bewährte sich dort bei zweimal täglicher Gabe bei Tumor- und Nichttumorschmerzen. Nach einer Untersuchung von D.E. Joranson (JAMA, 5.4.2000) führte der deutliche Anstieg der medizinischen Anwendung von Oxycodon zu keiner Zunahme der missbräuchlichen Verwendung.

Sehr gut brauchbares Analgetikum

"Es gibt kaum Arzneimittel, die so wenig organschädigend sind wie Opioide", stellte Prof. Dr. Hans-Georg Kress, Universitätsklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin, AKH Wien, fest: "Oxycodon ist bis zu doppelt so stark wirksam wie orales Morphin. Die rasche Aufnahme aus dem Darm ermöglicht ein schnelles Wirkungsmaximum und eine rasche Titration. Die Metabolisierung erfolgt in der Leber über das Cytochrom P450. Dabei wird mit Oxymorphon auch ein aktiver Metabolit gebildet. Bei terminalem Leber- oder Nierenversagen ist die Elimination von Oxycodon deutlich verzögert. Halluzinationen und Verwirrtheit treten unter Oxycodon deutlich seltener auf als unter Morphin. Oxycodon hat sich sowohl in klinischen Studien an Patienten mit Tumor-, Nichttumor- und neuropathischen Schmerzen als auch in der täglichen Praxis als sehr gut brauchbares Analgetikum erwiesen."

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben