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12. Juli 2005

Einfache Kriterien können eine frühe Bechterew-Diagnose sichern

Immer noch vergehen bei Bechterew-Kranken fünf bis sieben Jahre, bis die Diagnose gestellt ist. Einfache Kriterien ermöglichen aber ein Erkennen der Krankheit im Frühstadium.

Schätzungen zufolge leiden inÖsterreich zirka 70.000 Menschen an Morbus Bechterew, der früher als typische Männerkrankheit galt. Heute weiß man, dass das Verhältnis Frauen zu Männern in etwa gleich ist. Höchstens 50 Prozent der Bechterew-Kranken haben nach fünfjähriger Erkrankung eine eindeutige Sakroiliitis im Röntgenbild, womit heute noch üblicherweise die Diagnose gesichert wird. Deutsche Rheumatologen um Prof. Dr. Joachim Sieper von der Charité in Berlin haben daher eine Frühdia-gnostik mit einfachen Kriterien entwickelt (Ann Rheum Dis 63, 2004, 535). Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht demnach bei mindestens vier der fünf Kriterien: Beginn der Schmerzsymptomatik vor dem 40. Lebensjahr, Dauer über drei Monate, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit, Besserung durch Bewegung. Ist auch der Bluttest auf HLA-B27 positiv und wird per MRT entzündliches Exsudat im Iliosakralgelenk sowie ein Knochenmarksödem belegt, dann besteht mit 95-prozentiger Sicherheit eine Spondylarthritis, so Sieper. Er plädiert für eine Frühtherapie, weil die Patienten Studienresultaten zufolge in Frühstadien genauso starke Schmerzen haben wie in Spätstadien. Zudem ließe sich die Progression der Wirbelsäulendeformationen mit kontinuierlicher NSAR-Therapie aufhalten. Und bei schwerem Verlauf sprächen Patienten in Frühstadien offenbar besonders gut auf die neue Therapie mit TNF-alpha-Blockern an.

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