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13. Juli 2005

Katzenkralle stärkt Immunsystem

Klaus Keplinger, Gründer und Leiter der wissenschaftlichen Forschung der Firma Immodal Pharmaka kam vor über 30 Jahren anlässlich einer Expedition nach Peru mit Heilern des indianischen Ashaninka-Stammes in Kontakt. Diese berichteten ihm von der Heilkraft des Lianengewächses Uncaria tomentosa (Katzenkralle).

Standardisierte Wirkstoffe

"Das führte zu einer langjährigen Beschäftigung mit dieser Heilpflanze, zu einer intensiven Zusammenarbeit mit Wissenschaftern und schließlich zur Gründung der Firma Immodal", erläuterte der Tiroler anlässlich einer Pressekonferenz über Anwendungsmöglichkeiten von Katzenkrallen-Extrakt.
Die Inhaltsstoffe, die aus der Wurzel der Katzenkralle gewonnen werden können, sind inzwischen laut Prof. Dr. Reinhard Länger, Institut für Pharmakognosie der Universität Wien gut untersucht: "Sie enthalten ein Gemisch von Substanzen, die je nach Zahl der im Molekül vorhandenen Ringsysteme als pentazyklische oder tetrazyklische Oxindoalkaloide bezeichnet werden. Diese chemische Unterscheidung ist wichtig, da bereits kleinste Beimengungen der tetrazyklischen Substanz die Wirkung der therapeutisch nutzbaren pentazyklischen Alkaloide aufheben. Qualitativ hochwertige Präparate müssen daher auf diese Wirkstoffe standardisiert sein."

Immunologischer Hintergrund

Prof. Dr. Eckhard Beubler vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität zeigte den immunologischen Hintergrund der Wirkung von Katzenkrallen-Extrakt auf: "Der Wirkstoff ist in der Lage, ruhende T- und B-Lymphozyten zur Vermehrung anzuregen und andererseits autoreaktive Lymphozyten in ihrer Aktivität gegen Autoantigene, wie etwa Knorpelproteine, zu drosseln. Bei der rheumatoiden Arthritis bedeutet dies eine Reduktion des Entzündungsgeschehens bei Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Dieses Wirkprinzip konnte bis jetzt weder mit synthetischen Substanzen, noch mit bekannten Pflanzenextrakten erreicht werden." Dr. Erich Mur, Rheumaambulanz der Univ.-Klinik Innsbruck, hat eine klinische Studie über Sicherheit und Wirksamkeit von Katzenkrallen-Präparaten bei Patienten mit aktiver chronischer Polyarthritis durchgeführt und vor kurzem publiziert.

Placebokontrollierte Studie

Die Anwendung erfolgte in dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Untersuchung parallel zur üblichen Basistherapie. "Dabei zeigte sich eine signifikante Reduktion der Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke. Zusätzlich traten keine relevanten Nebenwirkungen auf." Der Experte sieht das Pflanzenpräparat als mögliche Option besonders für Patienten, die mit der aktuellen Therapie keine zufriedenstellende Besserung verspüren und eine alternative Behandlung versuchen wollen.

Der Allgemeinmediziner Dr. Heinz Unterberger aus Wattens hat im Rahmen seiner naturheilkundlichen Praxis eine bereits langjährige Erfahrung mit der Anwendung von Katzenkrallen-Extrakten: "Nach meiner Beobachtung ist der Einsatz bei autoimmunologischen Erkrankungen und bei Patienten, die psychosomatische Teilaspekte erkennen lassen, besonders vielversprechend." Eine standardisierte Zubereitung aus der südamerikanischen Katzenkralle wird in Österreich von IMMODAL-Pharmaka unter der Bezeichnung Krallendorn®-Kapseln hergestellt und vertrieben. Das Medikament ist bislang für rheumatoide Arthritis  zugelassen und rezept- sowie chefarztpflichtig.  Informationen über die Forschungsarbeiten rund um die Pflanze Uncaria tomentosa bei: IMMODAL Pharmaka G.m.b.H, Bundesstraße 44, 6111 Volders,Tel: O5224/57678, e-mail:

Dr. Andreas Simon, Ärzte Woche 21/2002

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